In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.
Harmonischer Behördenkontakt
Eine Schachtel voller Lehrmittel, mit welchen in unserem Kanton AR in der 1.Klasse gearbeitet wird, ist heute bei uns eingetroffen.
Diese Lehrbücher und Übungshefte werden uns von den Behörden kostenlos zur Verfügung gestellt. Für Sara sehen wir diese Lehrmittel als Angebot unserer vorbereiteten Umgebung, was bedeutet, dass Sara allein entscheiden darf, ob und wann und wie sie mit diesen Büchern und Heften arbeiten will. Unsere Behörden sind uns wohlgesinnt und wir dürfen mit der zuständigen Fachfrau des Departements für Bildung einen harmonischen Kontakt pflegen. Für den "häuslichen Unterricht" (so wird das hier genannt) haben wir einige wenige, jedoch in unseren Augen sinnvolle Auflagen zu erfüllen. So wird von uns z.B. verlangt, dass wir ein Lerntage-bzw. Wochenbuch und eine jährliche Reflexion über das Kind schreiben. Immer wieder fällt uns auf, dass sich interessierte Unschooler gerade mit diesen Bedingungen oft schwer tun. Jemand fragte mich einmal, ob ich denn dieses Lerntagebuch für die Behörden tatsächlich schreibe oder ob ich einfach so tue als ob ich es schreiben würde. Doch es stimmt beides nicht! Denn seit der Geburt (bzw. schon während der Schwangerschaft) jedes einzelnen Kindes schreibe ich ein Lerntagebuch und dies nicht etwa für die Behörden, sondern einzig und allein für das Kind und für uns Eltern. Die jährliche Reflexion zu Händen der Behörden ist dann sozusagen ein Resumé des Ganzen und bringt die Lernfortschritte in den verschiedensten Bereichen klar zum Ausdruck und zeigt, wo das Kind steht. Für die Behörden, die sich trotz allem in der Verantwortung wägen, ist die Reflexion wichtig, damit sie sehen, dass überhaupt Lernfortschritte stattfinden und dass darüber reflektiert wird. Alles in allem können wir zu diesem Thema sagen: Null-Stress, die Kinder lernen, wir als Eltern lernen und die Behörden lernen vielleicht auch etwas.
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