Pro-Lernen
In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.
Im Wald
Auch heute waren wir wieder zwei Familien im Wald. Da es frühmorgens noch geregnet hat, gab es viele Schnecken und Regenwürmer zu beobachten. Olivia liebt diese Tierchen und möchte sie immer in der Hand herumtragen. Weisen wir sie darauf hin, dass der Wurm nicht gerne in ihrer Hand hin und her gedreht wird, antwortet sie, dass der Wurm sie eben gerne hat und er das schon möchte. Damit die Würmer nicht sterben müssen, geben wir ihnen jeweils einen Namen ("Holder-Willi" hiess der Wurm heute) und wenn möglich suchen wir für das Tierchen dann ein Zuhause, wo es sich wieder verkriechen kann. Wir kochten heute wieder eine Suppe über dem Feuer und liessen uns das Picknick schmecken. Es wurde Fangis und Verstecken gespielt und schlussendlich wollten alle mit der kleinen Säge Holzstämme sägen. Später richteten wir schon wieder das Holz für den nächsten Donnerstag und begannen mit dem Aufräumen.Labels: Natur
Malstation
Als wir das Gumpizimmer vor einigen Jahren einrichteten, bestand es hauptsächlich aus Matratzen, Decken, Kissen, Leitern und einer improvisierten Rutschbahn aus einer Gartenbank. Im Laufe der Zeit füllte es sich weiter mit einem Rebounder, mit Gestellen für unstrukturiertes Material zum Werken, Gestalten und Kreativ sein, einem Schrank gefüllt mit Kleidern und Utensilien zum Verkleiden und für Rollenspiele, usw. Da es aber in unserem Garten und überhaupt im ganzen Quartier unzählige Möglichkeiten zum Gumpen, Hüpfen, Springen, Balancieren, Klettern und Austoben gibt, räumten wir die Matratzen in den Keller und den Rebounder in den Wintergarten, wo dieser so auch in den Garten gestellt werden kann. An den frei gewordenen Platz im Gumpizimmer haben wir nun eine selbstgeschreinerte Malstation à la Arno Stern (www.arnostern.com) installiert. Bis jetzt hatten die Kinder immer an einem Malbrett (ca. 1m breit, 2m Hoch) gemalt. Meistens beide oder sogar alle drei miteinander. Es fanden immer alle einen Platz zum Malen und schlussendlich entstand ein interessantes Gemeinschaftsbild. Malten sie mit den Wasserfarben, dann war das Chaos jedoch vorprogrammiert, denn das anschliessende Aufräumen und Putzen der Farben und Kinder (!) dauerte mindestens ebenso lange wie das eigentliche Malen! An unserer neuen Malstation ist das nun anders. Hier hat es über 20 Becher gefüllt mit malfertigen Farben in den verschiedensten Farbtönen. Zur grössten Freude der Kinder hat es auch glitzernde Gold-und Silberfarbe. Das Mischen der Farben entfällt, obwohl das natürlich auch seinen Reiz hat und mit der Malstation nicht ausgeschlossen ist. Die Kinder können munter drauflosmalen. Die grösste Herausforderung ist nur, Nalin von den Farben fern zu halten, denn auch ihn faszinieren die vielen bunten Farben. Bei den ersten Malversuchen gaben sich beide grosse Mühe, den Pinsel immer wieder bei der richtigen Farbe zurück zu legen. Sara wollte den ganzen Tag nicht mehr aufhören zu malen, und sie probierte jede Farbe aus. Olivia experimentierte die ganze Zeit immer am gleichen Ort des Bildes und malte Farbe über Farbe, bis man überhaupt keine Farbe mehr erkennen konnte und sie mich fragte, wo denn die Farbe immer hingehe. Nur mit der "Malregel", dass das eigene Bild nur vom Maler selbst angeschaut werden darf und sonst von niemandem anderem, war Sara nicht einverstanden. Sie machte den Vorschlag, dass sie das fertige Bild am Schluss zeigen darf, wenn sie wirklich will. Wir sind gespannt, was diese Malstation an neuen Lernerfahrungen verbirgt. Labels: Lernumgebung
Im Wald
Wie jeden Donnerstag waren wir heute einmal mehr bei uns im Wald, an einem idyllischen Platz direkt am Bächlein. In Begleitung einer anderen Familie verbrachten wir den Tag mit Holz suchen fürs Feuer, Suppe kochen, Schlangenbrot bräteln, im Wasser waten und baden, den Bach erkunden, auf Holzstämmen einen Zug spielen, Lehm aus dem Wasser matschen, Schoggibananen backen.
Der Wald bietet unzählige Möglichkeiten zum Spielen und Sein. Labels: Natur
"Räuber"
An einem schönen Platz in einem Park direkt am Bodensee verbrachten wir heute zusammen mit einer anderen Unschooling-Familie den ganzen Tag. Die vier Mädchen erkundeten zuerst den Erlebnis-Spielplatz während die beiden Jüngsten vorerst am grossen Traktor beschäftigt waren. Etwas später zog es alle zum kleinen Strand, wo eifrig Muscheln gesucht und gefunden wurden, im kalten Wasser gewatet und gespritzt wurde, Steinchen gesammelt und schliesslich auch gepicknickt wurde. Irgendwann wollten die Mädchen malen, holten Farbstifte, Papier und Malbuch und machten es sich auf einer Mauer bequem. Nachdem die beiden Knaben bei uns im Tragetuch oder am Boden geschlafen hatten, schauten sie eine Zeit lang fasziniert dem Parkarbeiter beim Rasenmähen zu. Unweit von uns entfernt hatte ich zwei Becher, drei Löffel und ein T-Shirt zum Trocknen hingelegt. Aber siehe da! Als ich es wieder holen wollte, war alles weg. "Waren das ganz echte Räuber?" wollte Sara aufgeregt wissen. Und Olivia meinte: "Sicher gibt der Räuber mein T-Shirt seinem Mädchen, gäll Mama, das hat nämlich noch keines, und jetzt bekommt es auch einen Löffel und einen Becher, gäll Mama!" Es folgen Fragen über Fragen: "Wieviele Kinder hat denn der Räuber? Wo wohnt er denn? Jetzt hat er ja nur zwei Becher, aber drei Löffel, dann braucht er noch einen Becher, wo holt er den? Hat sein Mädchen ein Bett? Kommt der Räuber morgen wieder? usw. usw........ Aus diesem Ereignis entstand ein langes Gespräch über Diebe, übers Aufpassen der eigenen Sachen und auch übers Kinder entführen.
Dem Räuber sei gedankt für dieses wertvolle Erlebnis.Labels: Kinder
"Ich hornochse"
Heute Morgen , noch vor dem Frühstück, ist Olivia am Ausmalen eines Bildes. Sie malt mit viel Fleiss und Geduld, mit langsamen und feinen Bewegungen und es dauert ziemlich lange, bis sie damit fertig ist und sich am gelungenen Werk freut. Sara beobachtet Olivia eine Zeit lang, wählt dann selber ein Bild aus und beginnt mit dem Ausmalen. Kaum angefangen ist sie schon fertig und zeigt es mir. "Gefällt Dir das?" fragt sie mich. Man sieht dem Bild sehr wohl an, dass es die kleine Malerin möglichst schnell fertig haben wollte. "Wie gefällt es denn Dir?" frage ich zurück. Sie geht nicht auf meine Rückfrage ein und stellt mir ihre Frage nochmals. So versuche ich ihr eine ehrliche und dennoch nicht verletzende Antwort zu geben. Sie scheint mit der Antwort nicht zufrieden und geht mit der gleichen Frage zu Papa. Dieser sagt ihr gleich, dass es ihm nicht gefällt. Sara beginnt zu weinen und sagt dann, dass sie es auch gar nicht schön findet.
Miteinander vereinbaren sie, dass sie noch heute zusammen etwas ausmalen werden und dass ihr der Papa noch einige Tricks zeigen wird. Gesagt, getan. Nicht nur Sara setzt sich mit Papa an den Tisch im Wintergarten, auch Olivia und Nalin wollen dabei sein. So malen alle. Irgendwann meint Bruno humorvoll zu Sara:" Du drückst den Stift ja wie ein Hornochse!" Solche Sprüche gefallen Sara und sie kann sich kaum mehr erholen vor Lachen. Sara malt nun fast zwei Stunden lang und wenn man ihr ab und zu über die Schultern schaut, dann hält sie sich die Hände vors Gesicht und ruft spassig:"Ich hornochse!"
Spass und Humor sind Türöffner fürs Lernen.Labels: Kinder