Pro-Lernen

In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.

27. April 2008

Bilder des Tages

Den heutigen Sonnentag haben wir in unserem Garten genossen.

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Einfach geniessen.

Wir geniessen eine wirklich sehr schöne Zeit mit unseren Kindern. Etwas vom Schönsten ist, dass wir ganz in unserem eigenen Rhythmus den Tag planen und gestalten können. Unsere Kinder schlafen, bis sie ausgeschlafen sind und von alleine aufwachen (Sie wurden in ihrem ganzen Leben noch kein einziges Mal geweckt!! Ist kein Witz!) Trotzdem aber stehen sie eher früh auf, da sie auch früh schlafen gehen (Sie gehen gerne schlafen! Das ist auch kein Witz!) Nach dem Aufstehen spielen sie etwas, bis wir dann gemeinsam frühstücken. Während des Frühstücks hole ich bei jedem Kind ab, welche Bedürfnisse vorhanden sind.  Manchmal haben sie ganz konkrete Ideen und Vorstellungen, was sie nachher spielen, tun und lernen möchten. Manchmal wissen sie es auch noch nicht. Zur Zeit sind wir mehrheitlich zu Hause, ganz nach dem Motto: "Je kleiner die Kinder, je näher bleiben wir, je grösser die Kinder, umso weiter dehnen wir uns aus!" Langweilig?? Nein, das ist es bestimmt nicht! Wir versuchen, den Kindern eine interessante und attraktive Lernumgebung zu bieten, was uns bis jetzt auch gelungen ist. Einen grossen Teil der stimulierenden Umgebung bekommen wir alleine schon durch unsere schöne Wohnlage im Appenzellerland geschenkt. Um eine Überflutung und Überstimulierung zu vermeiden, wählen wir unsere Aktivitäten und Exkursionen bewusst aus. Bleiben wir zu Hause, dann kann ich mich nebst den Kindern auch dem Haushalt zuwenden. Während die Kinder meistens in friedlichem Spielen versunken sind, vergeht die Zeit im Nu. Mein Mann und ich geniessen es sehr, die Kinder in ihrem Tun zu beobachten, zu begleiten, falls nötig zu helfen, bei Konflikten gemeinsam eine Lösung zu suchen, mit ihnen zu planen und vor Allem, mit ihnen ZUSAMMEN SEIN zu dürfen. Obwohl mir bewusst ist, dass jedes Alter seine besonderen Reize hat, würde ich manchmal gerne die Zeit anhalten.

Ist das nicht ein Genuss?

20. April 2008

Zugängliche Behörden

Aktuell telefonierte mir die zuständige Fachperson der Behörden für Bildung zu Hause. Sie versuchte mit mir einen Termin für einen Hausbesuch abzumachen, um die eingereichte Reflexion von Sara zu "reflektieren". Da wir mit ihr durch unsere und ihre Kinder auch sonst ab und zu in Kontakt kommen, wusste ich, dass ihr Terminkalender zur Zeit randvoll ist. Sie fragte, ob sie auch erst im Mai kommen dürfe, denn die Bewilligung für Bildung zu Hause fürs kommende Schuljahr bekämen wir sowieso. Daran haben wir ehrlich gesagt auch nie gezweifelt und schlussendlich machten wir einen Termin Mitte Juni ab. Zudem meinte sie, dass sich mehrere Familien bei ihr gemeldet hätten, welche ebenfalls an Bildung zu Hause im Kanton interessiert wären. Die meisten davon würden eher auf unserer Linie praktizieren. Obwohl wir sehr gut mit unserem Projekt "Bildung zu Hause" zurecht kommen, ist uns etwas Verstärkung jederzeit willkommen. Zudem ergänzte die Behördenfachfrau, dass sie die Idee habe, im Herbst ein Treffen für alle Familien zu organisieren, welche in unserem Kanton "Bildung zu Hause" praktizieren. Diese Haltung zeigt, wie zugänglich unsere Behörden sind und dass ein wahres Interesse vorhanden ist, diese Lernalternative in der Praxis zu etablieren. Es fällt uns auch immer wieder auf, dass sie in diesem Thema sehr gut gebildet ist. Begriffe wie "Sudburry Valley School", "informelles Lernen" oder "John Holt" (sie kennt sogar den zweiten Vornamen von ihm!) sind ihr sehr vertraut.

Das sind ja interessante Botschaften.

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14. April 2008

1000 Tage Nalin

Genau heute wurde Nalin 1000 Tage alt. Dieses Ereignis musste natürlich gefeiert werden. Für Nalin war es eigentlich ein Tag wie jeder andere und dass er zwischendurch im Mittelpunkt stand, nahm er gelassen hin. Hier sind ein paar Eindrücke von heute:

Nalin am Bauen      Luftschacht entdeckt         Klettergeist      Nalin konzentriert am Bilderbuch schauen

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5. April 2008

Mehr als nur ein Spiel

Zur Zeit lieben es Olivia und Sara, mit den Klötzen die verschiedensten Häuser, Schlösse, Türme oder Schiffe, usw. zu bauen. Heute haben sie miteinander ein Schiff gebaut und ihre Mannli dürfen nun zusammen eine Reise machen. Auf der grossen Europakarte sucht Sara ein Land aus, welches ans Meer grenzt. Sie entschliesst sich für Frankreich. Nach einer Weile aber findet sie, dass das nicht genug weit weg von der Schweiz ist und sie geht zur grossen Weltkarte. P4051366Hier will sie von mir wissen, welches Land denn am weitesten von der Schweiz entfernt sei, denn ihre Mannli möchten ganz viele Male im Schiff übernachten. Da ich es auch nicht weiss, schlage ich vor, dass wir eine Schnur zur Hilfe nehmen. Sara schlägt weiter vor, dass wir doch ein Messband nehmen könnten. Also wird gemessen: Nach Indien sind es 34 cm, nach Australien 74 cm, Alaska 63 cm ("Nein, schau mal dieser Schnee, da ist es viiiiiiiiiiel zu kalt") auf die Philippinen 55 cm, nach Neuseeland 83 cm ("Das ist das Weiteste bis jetzt"),usw.  Nach einer Weile ist das Reiseziel  gefunden und es wird eifrig gepackt.  Irgendwann macht Olivia einen Vorschlag: "Sara, jetzt können wir es doch so machen: Ein kleines Stündchen dürfen meine Mannli mit dem Schiff fahren, danach dürfen Deine Mannli ein kleines Stündchen mit dem Schiff fahren und dann wieder meine und dann wieder deine!" Sara überlegt kurz, bevor sie antwortet: "Du Olivia, es gibt gar keine kleinen Stündchen. Eine Stunde ist immer eine Stunde und das ist lang. Mama, wie viele Minuten hat jetzt schon wieder eine Stunde? Ah ja, 60 Minuten. Und weisst Du Olivia, die Mannli sind jetzt alle schon auf dem fahrenden Schiff und können gar nicht mehr aussteigen!"

Während die Kinder beim gemeinsamen Spiel sich auch immer wieder im fairen "Aushandeln" üben, wird nebenbei unmerklich Mathematik geübt (Messen, Hohlmasse, Grösser als..., Kleiner als..., Zeiteinheiten) oder die Geografiekenntnisse erweitert, wie Ländernamen kennenlernen, Distanzen abschätzen, Klimaunterschiede feststellen. 

Auch wenn die Kinder nur "spielen", so ist dieses Spiel weit mehr als nur ein Spiel!

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3. April 2008

Spielen und Gespräche oder umgekehrt

In den letzten drei Tagen hatten wir Besuch von einer Freundin von mir mit ihren drei Kindern. Da wir beide Unschooling-Mütter sind, unsere Kinder ähnliche Alter haben und wir auch sonst viel Gemeinsamkeit haben, ist uns der Gesprächsstoff nie ausgegangen. P4031356Während unsere Kinder die Zeit mit Spielen verbrachten, einander Geschichten vorlasen oder einfach sonst zusammen waren, hatten auch wir Erwachsenen Zeit, um spannende Gespräche zu führen. Einige Themen waren unter anderem: Brauchen Kinder wirklich Kinder? Wieso ist der Glaube verbreitet, dass Unschooling etwas mit "antiautoritärer Erziehung" oder "laissez-faire" zu tun haben soll? Babies ohne Windeln... Unsere Hausgeburten... die Naturzeit... Gibt es überhaupt trotzige Kinder oder sollte man treffender von "trotzigen Eltern" sprechen?

Ist es in den meisten Fällen nicht genau das Gegenteil, das richtiger zu sein scheint, als das, was wir landläufig meinen?