Pro-Lernen

In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind. Lassen wir uns von den Kindern zurück führen zur Lust am Lernen, erforschen wir mit ihnen, was es heisst, Mensch zu sein.

10. Januar 2010

Literaturliste aktualisiert

Auf unserer Webseite haben wir unsere Literaturliste mit gelesenen Büchern nachgeführt, welche uns im Jahr 2009 berührt und bewegt haben. Neben vielen anderen Büchern haben uns wie immer vor allem diejenigen angesprochen, welche mit Lernen, Einfühlung, Philosophie und Spiritualität zu tun haben:

  • amo ergo sum von Christina Kessler
  • Das Freilerner-Buch von Jan Hunt (Hrsg.)
  • Die integrale Schule des Mensch von Ralf Girg
  • YogaKids von Marscha Wenig
  • Ganzheitliche Entspannungstechniken für Kinder von Ursula Salbert

Wir können diese Bücher wärmstens empfehlen. Unsere aktuelle Literaturliste kann ab sofort heruntergeladen werden.

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12. Juli 2009

Buchrezension "Das Freilerner-Buch" von Jan Hunt

Kleine Kinder lieben die Welt.
Deswegen sind sie so gut darin,
etwas über sie zu lernen.
Denn Liebe,
nicht Tricks und Mentaltechniken,
ist im Herzen eines jeden wahren Lernens.
Können wir uns selbst dazu bringen,
Kinder durch diese Liebe lernen
und wachsen zu lassen?

(John Holt)

In diesem Geist sind die Beiträge von verschiedenen Autoren (Mary van Doren, Nanda van Gestel, John Holt, Kim Houssenloge, Jan Hunt, Dayna Martin, Daniel Quinn, Earl Stevens) im Freilerner-Buch verfasst. Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen mit dem Originaltitel “The Unschooling Unmanual” aus dem Jahr 2008.

Die verschiedenen Beiträge haben eines gemeinsam: es sind tiefgründige und liebevolle Betrachtungen zum Leben ohne Schule – keine wissenschaftliche, politische oder gar kämpferische Ausführungen. Das Buch betont immer wieder, dass Freilernen keine Methode ist. Es ist eine Art die Kinder und das Leben zu betrachten. Freilernen ist keine Technik; Freilernen bedeutet, natürlich, liebevoll und respektvoll zusammen zu leben und zu lernen. Es basiert auf dem Vertrauen, dass Kinder und Eltern die Wege finden werden, die für sie am besten funktionieren. Das Buch vermittelt Vertrauen in das Leben und das Lernen, wie es in den Kindern von Natur aus angelegt ist.

Deshalb können wir das Buch wärmstens empfehlen.

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2. Januar 2009

Literaturliste aktualisiert

Auf unserer Webseite haben wir unsere Literaturliste mit Büchern nachgeführt, welche uns im Jahr 2008 begleitet haben. Neben vielen anderen Büchern haben uns vor allem diejenigen bewegt, welche mit Einfühlung zu tun haben:

  • Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg

  • ALLES FÜHLT von Andreas Weber

  • BIG MIND von Dennis Genpo Merzel Roshi

  • Von der Erziehung zur Einfühlung von Naomi Aldort

Wir können diese Bücher wärmstens empfehlen und geben ihnen 5 Sterne. Unsere umfangreiche Literaturliste kann jederzeit heruntergeladen werden.

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23. März 2008

Persönliche Rezension über das Buch Home Education in Deutschland von Thomas Spiegler

Das Buch Home Education in Deutschland wollte ich zuerst gar nicht lesen, da es über Home Education in Deutschland berichtet. Als Schweizer haben wir "leicht" andere Bedingungen. Das Buch konstruiert eine interessante Polarität der Home Education Bewegung, die ich hier gerne aufführe, weil sie mir irgendwie gefällt und trotzdem wieder nicht.
 

      Homeschooling
 
      Unschooling
  • heaven-based
  • earth-based
  • die Frommen
  • die Alternativen
  • ein "Kind von Gott Vater"
  • ein "Kind von Mutter Erde"
  • religiöser Fundamentalist
  • pädagogischer Reformer
  • christlich evangelikale Religiosität
  • spirituelle Offenheit verschiedener religiöser Traditionen
  • Kinder zum Glauben führen
  • Kinder in das Leben begleiten
  • Der Mensch trägt von Beginn an das Böse in sich, hat eine sündhafte Natur. Er bedarf der Erlösung und Errettung durch den Glauben an Jesus Christus.
  • Das Kind ist ein vollwertiger, mündiger Mensch mit dem Recht auf Selbstbestimmung. Ihm wohnt das Gute inne, aber Erziehung und gesellschaftliche Zwänge behindern dessen Entfaltung.
  • Anti-68er
  • Post-68er
  • Prä-Moderne
  • Moderne und Post-Moderne
  • Kollektivität
  • Individualität

Diesbezüglich schreibt Thomas Spiegler weiter: "Insgesamt zeichnet sich hier bereits die Entwicklungstendenz ab, derzufolge Home Education aus seinen Ursprüngen in fundamentalistischen Randschichten ausbreitet in andere gesellschaftliche Gruppen hinein und im Zuge einer Legalisierung immer weniger mit einem klar zu umreissenden Milieu verbunden werden kann. Jedoch bleiben die hier gewählten Typen, der Fromme und der Alternative, unverzichtbar für das Verständnis von Ursprung und gegenwärtiger Gestalt der deutschen Home Education Bewegung." (Seiten 75-88)

Als praktizierende "Bildung zu Hause"-Familie fühlt man sich beim Lesen dieser Zeilen selbstverständlich angesprochen. Und niemand fühlt sich gerne entlarvt und kategorisiert. Trotzdem finde ich die beschriebenen Polaritäten nicht an den Haaren herbei gezogen. Sie sind selbst erfahrene Realität.

Wir wünschen allen FROHE OSTERN.

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21. Dezember 2007

Buchrezension "Bildung zu Hause" von Alan Thomas

Soeben habe ich das Buch "Bildung zu Hause - Eine sinnvolle Alternative" von Alan Thomas fertig gelesen. Dabei habe ich das Bedürfnis über das interessante Buch zu berichten. Für eine Familie, die selber Bildung zu Hause praktiziert, ist ein solches Buch natürlich eine spannende Sache. Das Buch wurde bereits im Jahr 1998 in Englisch geschrieben und erst vor kurzem ins Deutsche übersetzt.

Der Pädagogik-Professor Alan Thomas beschreibt in diesem Buch in einer wissenschaftlichen Untersuchung die Erfahrungen von 100 Familien (58 in Australien, 42 in England), die Bildung zu Hause praktizierten. imageIn den ersten Kapiteln werden die theoretischen Grundlagen beschrieben, welche ebenfalls interessant sind. Dann zeigt er die Gründe der Eltern auf, wieso sie sich zu Bildung zu Hause entschieden haben. Der Schwerpunkt im Buch liegt dann darin, wie die verschiedenen Eltern diese Aufgabe angegangen sind. Obwohl die Formen der Bildung zu Hause bei allen Eltern sehr unterschiedlich waren, sich sogar bei verschiedenen Kindern innerhalb einer Familie unterschieden, gab es etwas, das fast allen gemeinsam war: Ihre Vorgehensweisen wurden im Laufe der Zeit immer mehr informell, obwohl fast alle einmal mit formalem Unterricht zu Hause begonnen hatten. Informelles Lernen kann als die Fortführung des Lernens in der frühen Kindheit verstanden werden; eher ein durch alltägliche Lebenserfahrung eintretender geistiger Prozess der Osmose als ein Ergebnis bewussten Belehrens.

Interessant ist, dass zur Zeit, als Alan Thomas das Buch geschrieben hat, noch nichts oder nicht viel über informelles Lernen geforscht wurde. Die gesamte bisherige Forschung war eher auf Lernergebnisse denn auf den effektiven Lernprozess gerichtet.

Das Buch spricht die kritischen Themen der Schule, wie z.B. Gleichaltrigenorientierung, Notwendigkeit um mehr persönlicher Interaktion zwischen Schüler und Lehrer (individuelle Aufmerksamkeit für einzelne Schüler sei im Durchschnitt etwa 2,3% der Unterrichtszeit) oder dass die institutionelle Struktur der Schule mit ihrer einschränkenden Gleichaltrigenkultur die gesunde soziale Entwicklung sogar behindern würde.

Interessant an der Untersuchung war für mich, dass Eltern, die sich von vornherein für Bildung zu Hause entschieden, nicht einmal annähernd in das gängige Klischeebild von Bildung zu Hause passten: Aussteiger, ehrgeizige Eltern, religiöse Fundamentalisten oder Spinner.

Es gibt auch keine Handbücher für informelles, unstrukturiertes Lehren und Lernen. Das Hauptproblem informeller Ansätze gegenüber Ansätzen der Schule ist, nachzuweisen, dass tatsächlich Lernen stattgefunden hat. Viele Eltern haben sich mit der Zeit vom formellen Lernen ins informelle Lernen gewandelt. Dies war weniger so, dass Eltern das informelle Lernen entdeckt hätten, sondern weil sich Kinder dem formell strukturierten Lehren und Lernen widersetzt hätten und sich die Eltern infolgedessen bewusst wurden, wie viel die Kinder auch ohne dieses lernten. Dazu gibt es im Buch zwei ausführliche und interessante Berichte.

Informelles Lernen zu Hause ist etwas ganz Besonderes, das nur zu Hause auftritt, denn dabei ist nur wenig oder gar nichts vorgeschrieben. Informelles Lernen bedeutet nicht, Kinder allein sich selbst zu überlassen. Die Kultur zu Hause muss derart sein, dass sie die intellektuelle Neugier anregt und Lernen ermöglicht und unterstützt. Den Kindern müssen Lernmöglichkeiten und Bildungsmaterialien zur Verfügung stehen. Vor allem muss ein Mentor zur Hand sein, der das Niveau der Tätigkeiten mit Liebe und Respekt bestimmt und bereit ist, in einen Austausch zu treten und Fragen zu beantworten. Kinder sind von Geburt an motiviert, etwas über die sie umgebende Kultur zu erfahren, zu lernen wie man darin überlebt, sie geniesst und sich darin entfaltet. Der grösste Teil dieses kulturellen Lernens, besonders in den ersten Lebensjahren, wird durch uns als Eltern vermittelt. Es gibt also keinen Grund, warum wir damit nicht weitermachen sollen, weit über das Schuleintrittsalter hinaus.

Wir finden uns im Buch zu 100% wieder. Wir kennen die Argumentationen, wir kennen die beschriebenen Lernsequenzen, wir kennen die kritischen Fragen aus eigener Erfahrung. Das Buch schenkt Mut, viele Argumente und auch das Wissen von den unterschiedlichsten Erfahrungen der vielen Eltern und Kindern auf der ganzen Welt, die Bildung zu Hause praktizieren. Es ist ein wertvoller Beitrag, die Monokultur der Bildung mit kleinen, zarten Pflänzchen zu durchdringen.

Wir grüssen alle ganz herzlich und wünschen Frohe Festtage und ein erfülltes Neues Jahr.

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