Pro-Lernen

In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.

10. Januar 2010

Literaturliste aktualisiert

Auf unserer Webseite haben wir unsere Literaturliste mit gelesenen Büchern nachgeführt, welche uns im Jahr 2009 berührt und bewegt haben. Neben vielen anderen Büchern haben uns wie immer vor allem diejenigen angesprochen, welche mit Lernen, Einfühlung, Philosophie und Spiritualität zu tun haben:

  • amo ergo sum von Christina Kessler
  • Das Freilerner-Buch von Jan Hunt (Hrsg.)
  • Die integrale Schule des Mensch von Ralf Girg
  • YogaKids von Marscha Wenig
  • Ganzheitliche Entspannungstechniken für Kinder von Ursula Salbert

Wir können diese Bücher wärmstens empfehlen. Unsere aktuelle Literaturliste kann ab sofort heruntergeladen werden.

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2. Dezember 2009

Computerstation

Noch nie war man so schnell und einfach zu fundierten und differenzierten Informationen gekommen wie im heutigen Zeitalter des Internets. Und genau deshalb gehört auch ein Computer zur Lernumgebung unserer Kinder. Haben die Kinder eine Frage, dann finden wir meistens im Internet die Antworten dazu. Oftmals wüssten wir Eltern die Antwort ja schon im Voraus und könnten sie den Kindern einfach sagen. Abgesehen davon, dass wir das manchmal auch tun, geht es uns aber vielmehr darum, den Kindern aufzuzeigen, auf welche verschiedenen Arten sie zu Informationen kommen. Computer-StationEs gibt Tage, an welchen die Kinder sehr viele Fragen haben und es nicht möglich ist, sofort auf alle Fragen Antworten zu finden. Deshalb haben wir mit den ‘Frage-Zetteln’ begonnen, auf welche die Kinder ihre Fragen aufschreiben und an der Wand neben dem PC aufhängen, damit sie nicht vergessen gehen. Hier steht dann z.B. ‘Wie alt ist der älteste Mensch?' Wie lebt der Seestern? Wie tief ist das Meer? ’Zu einem passenden Zeitpunkt bilden wir uns dann zu einer aufgeschriebenen Frage gemeinsam weiter oder ich suche abends, wenn die Kinder schlafen, einige Links oder Informationen für sie raus und wir schauen sie uns am nächsten Tag an. Oftmals kann man mehrere Fragen zu einem Thema ordnen. Dafür haben wir Interessen-Plätze bereit gestellt, wo die Kinder Material entsprechend ihren Interessen wieder finden können. Natürlich wird der Computer auch zum Schreiben von Geschichten oder Emails benutzt. Und es kann auch vorkommen, dass eines unserer Kinder eine Lieblingsseite hat, welche immer mal wieder besucht wird wie z.B. jene von Pippi Langstrumpf, wo unsere älteste Tochter einst mehrere Lieder von Pippi in verschiedenen Sprachen selbständig gelernt hat.

So stehen wir den neuen Technologien jederzeit offen, interessiert und neugierig gegenüber.

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14. September 2009

‘Pro-Lernen Zimmer’

Obwohl die Kinder im ganzen Haus Lernmöglichkeiten vorfinden, haben wir ein Zimmer, welches wir ‘Pro-Lernen Zimmer’ nennen. Hier haben Sara und Olivia je einen grossen Schreibpult mit Schubladen, Nalin hat ein kleines Tischchen, welches ihn bis jetzt vollkommen erfüllt. Des Weiteren hat es in diesem Raum zwei grosse Gestelle. Auf dem einen befinden sich über 20 Ordner aus meiner ehemaligen Lehrerinnentätigkeit, gefüllt mit Themen- und Arbeitsblättern zu Mathematik, Deutsch und Mensch & Umwelt. Hier wähle ich ab und zu eine Kopiervorlage als Angebot aus, wenn es gerade zu einem Thema der Kinder passt. Ab und zu suchen sich die Kinder auch selber etwas aus diesen Ordnern. Allerdings beobachte ich immer wieder, dass das Interesse für diese Arbeitsmaterialien bei unseren Kindern bis jetzt sehr gering ist. Lösen sie mal ein Arbeitsblatt, dann eigentlich nur in jenen Zeiten, in welchen sie ‘Schule spielen’. Zudem hat jedes Kind dort ein Regal für die 'Pro-Lernen Zimmer' mit Zahlen- und Buchstabenmaterialeigenen Ordner und andere persönliche Dinge. Auf einem anderen Gestell (Foto nebenan) haben wir eine Fülle an Materialien rund um die Themen Buchstaben und Zahlen.  Einen Grossteil der angebotenen Materialien ist selbstgemacht und es befinden sich darunter diverse Variationen von Memorys, Dominos, Puzzles, usw. Damit die Kinder den Inhalt in den vielen Behältern (es sind über 90) gut erkennen können, sind diese bewusst in transparentem Plastik versorgt. Es würde zu weit führen, wollte ich alle Materialien im Detail auflisten. Deshalb einfach einen kurzen Überblick: Bei den Zahlen hat es Material, um erstens mal den Zahlenbegriff erfassen zu können. Zweitens, die vier Grundrechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division) auf möglichst viele verschiedene Arten erlernen zu können und drittens diese auch zu mechanisieren. Zudem hat es Würfel, Messbänder und Sanduhren. Bei den Buchstaben hat es diverses Erstlesematerial, Schreibmöglichkeiten, Übungsspiele für das Leseverständnis und viele Angebote, um sich die Rechtschreibung anzutrainieren.

Es gibt Zeiten, da verweilen sich die Kinder stundenlang mit diesen Materialien. Doch viel mehr Zeiten gibt es, wo die Kinder Mathematik und Deutsch im realen Alltag lernen. Die Materialien bieten dann jeweils Gelegenheit, etwas nochmals auf eine andere Art zu veranschaulichen und zu vertiefen.

Im ‘Pro-Lernen Zimmer’ haben wir zudem genügend Ablagefächer, um Ordnung und Übersicht zu ermöglichen. Ausserdem stehen auf einem Regal diverse faltbare Land- und Weltkarten, Kompass, Globus, Miniplanetarium und Sternenglobus.

Die Kinder haben dieses Zimmer gerne und nennen es manchmal spassig  ‘mein Büro’. Auch während unseres längeren Aufenthaltes in Sardinien fragten wir sie, was sie am Meisten vermissen würden und Sara sowie auch Olivia nannten als etwas vom Ersten ihren Schreibpult.

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10. September 2009

Kinderbibliothek

Da wir beide (Mutter und Vater) sehr gerne lesen und uns immer wieder zu den unterschiedlichsten Themen bilden, haben wir auch ein entsprechend grosses Büchergestell. Einen (kleinen) Teil unserer Gesamtbibliothek haben wir zum Thema Bildung und Kinder auf unserer Literaturliste festgehalten. Wie soll es denn anders sein, als dass Kinder, welche ihre Eltern lesen sehen, früher oder später auch lesen lernen wollen?

In unserer Kinderbibliothek findet man Bücher mit lustigen, frechen, witzigen, poetischen, sinnlichen, humorvollen, lieblichen, fantasiereichen, Fragen anregenden, bildenden, abwechslungsreichen, anschaulichen, friedlichen, spannenden, geistreichen, reizenden, angenehmen, geschmacksvollen, fesselnden, unterhaltsamen, scharfsinnigen, vergnügten, raffinierten, lehrreichen, munteren, wissenswerten, prächtigen, fabelhaften, Werte bildenden, pfiffigen, abenteuerlustigen, offenherzigen, amüsanten, eindrucksvollen, gründlichen, faszinierenden, Wortschatz erweiternden, durchdachten, märchenhaften, erfrischenden, spirituellen, fachkundigen, gemütlichen, informativen, mitreissenden, atemberaubenden, profunden und wohltuenden Geschichten.

 Kinderbibliothek

Das Buch nimmt eine zentrale Rolle in unserer Familie ein und es vergeht kaum ein Tag, ohne dass die Kinder nicht im Minimum in einem Buch geblättert haben. Nebst dem, dass insbesondere Sara schon ganze Bücher selbst liest, oder besser gesagt verschlingt (wer hätte das gedacht, dass ein Kind selbstbestimmt lesen lernen kann!!), lieben es alle unsere Kinder, wenn wir ihnen Geschichten vorlesen oder erzählen. Bei drei Kindern, die alle zur gleichen Zeit ein anderes Buch wünschen, ist Organisation gefragt. Im Moment haben wir es so gelöst, dass Sara und Olivia abwechslungsweise ein Buch auswählen und ich lese die Geschichte auf mehrere Tage verteilt vor. Natürlich hören dann beide Mädchen interessiert mit. Da die Bilderbücher von Nalin weniger zeitintensiv sind, kommt er ebenfalls täglich in den Genuss einer Geschichte.

Übrigens: Auch die Gemeindebibliothek in unserem Wohnort besuchen wir regelmässig.

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24. Juli 2009

‘Learn NoThing Day’ missglückt!

Ein Tag ohne Lernen ist doch kein Problem, oder doch? Doch, bei uns schon! Denn als wir unseren Kindern von diesem Tag erzählte, schauten sie ganz ratlos drein und wussten gar nicht, was damit gemeint ist. Nalin kamen bald darauf die Tränen und er rief ganz entrüstet aus: “Aber ich will Morgen auch lernen! Ich will nicht ‘nicht lernen’!” Er beruhigte sich sofort wieder, als wir ihm erklärten, dass dies nur ein Spiel ist und er immer und überall lernen darf. Während unsere beiden Töchter sich immer noch vorzustellen versuchten, wie ein ‘Learn NoThing Day’ wohl funktioniert, jubelte unser französisches Gastkind Aarone lauthals und rief, dass sie dann den ganzen Tag TV schauen werde und nur Blödsinn machen werde! Das wiederum fanden unsere Kinder absolut lustig und sie kugelten sich vor Lachen. Auf diese Idee wären sie nicht gekommen!

Dass wir aber an diesem Tag kläglich scheitern würden, war eigentlich voraus zu sehen. Denn alleine mit unserem französischen Gastkind wird täglich jede Menge Französisch gelernt. Eines unserer Kinder meinte heute Morgen:” Jetzt dürfen wir den ganzen Tag nicht mit Aarone sprechen und wenn sie spricht, dann halten wir uns die Ohren zu. Denn sonst lernen wir ja so viel Französisch. Aber heute dürfen wir das doch nicht!” Wir haben dann abgemacht, dass wir heute trotzdem Französisch lernen dürfen, aber sonst nichts ;-)).

So haben die Kinder in der Wasserküche experimentiert, im Insektenführer ein gefundenes Insekt gesucht, zusammen mit Nachbarskindern ein Theater erfunden und sind mit diesen Kindern und ihren Puppen spazieren gegangen. Sara hat bei den Nachbarskindern die Rolle als Dolmetscherin von Aarone übernommen, sie haben viele Fragen gestellt wie z.B. weshalb gibt es in der Wüste kein Wasser, wieso kann es an einem Tag so heiss und am anderen so kalt sein, usw. Sie haben von mir eine Geschichte auf Französisch erzählt bekommen und im Bett vor dem Schlafen hat unsere älteste Tochter noch in einem Buch gelesen.

Jedes mal wenn jemand am Lernen war und dabei ertappt wurde, riefen wir aus: Oh nein, nicht schon wieder ein LERNEL! Das gab viel zu lachen und je länger der Tag dauerte, je mehr wollten sie ertappt werden.

So ist nun unser missglückter ‘Learn NoThing Day’ zu Ende. Und nebst all dem Gelernten beschäftigt unsere Kinder eine Frage ganz besonders: Wieso oder besser warum wohl Aarone nicht gerne lernt?

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7. März 2009

Das Nomen kommt von selbst!

Sara liebt es, am PC Geschichten oder Briefe an Freunde zu schreiben. Dabei nimmt sie es gerne sehr genau! Für mich persönlich war es anfangs fast ein bisschen zu genau! Denn auch in Fachkreisen ist inzwischen die Meinung etabliert, dass ein Kind die Wörter und Sätze während der Anfangsphase so aufschreiben darf, wie es sie hört. Schreibt das Kind ‘sone’ statt Sonne, dann gilt das als richtig. Das Motto lautet: Man muss es nur lesen können und dann kann es als richtig bezeichnet werden. Der Rest kommt später! So wird es auch in vielen Schule gemacht! Es ist für ein Kind nämlich ziemlich destruktiv, wenn es dauernd korrigiert wird und ständig das Gefühl vermittelt bekommt, dass es eigentlich alles nur falsch macht. Deshalb war es für mich so sonnenklar, dass ich sie von Anfang an schreiben liess, ohne zu korrigieren, sofern ich die Bedeutung des Wortes oder des Satzes erkennen konnte. Das funktionierte jedoch bei Sara nicht lange. Sie hat sehr früh bemerkt, dass die Wörter in den Büchern anders geschrieben stehen und so ist es für sie ebenfalls sonnenklar, dass sie die Wörter richtig und nicht ‘falsch’ schreiben will! Hinzu kommt, dass sie gleichzeitig entdeckt hat, dass die ‘falsch’ geschriebenen Sara am SchreibenWörter im Schreibprogramm jeweils automatisch unterstrichen werden. Mein Versuch, das Unterstreichen der Wörter aus dem Programm rauszunehmen, damit sie nicht jedes mal verunsichert wird, wurde von ihr nicht gebilligt! Anscheinend war der Zeitpunkt zum Richtigschreiben bei Sara gekommen und so hab ich mich auf das Abenteuer als Schreibberaterin eingelassen. Der Stand der Dinge ist nun so, dass Sara mittlerweile ihre Sätze immer perfekter schreibt. Anfangs hat sie sehr viel gefragt, wieso denn das jetzt schon wieder unterstrichen sei. Zusammen versuchten wir das dann jeweils herauszufinden: “Hier hat es ein “ie”, wegen dem langen iiii und da kommen zwei mm, weil. . . . . . . und kannst du hören, dass hier ein Doppel-s kommt, wenn du das Wort aussprichst? Und dieses Wort hier wird immer GROSS geschrieben, denn es ist ein Namenwort, oder ein Gegenstandswort oder man sagt dem ganz einfach Nomen!” Beim Schreiben von eigenen Erlebnissen, beobachteten Ereignissen, neu erfundenen Geschichten oder beim Beantworten von Mails lernt Sara -ohne sich dessen bewusst zu sein - auf diese Art Dehnungen und Schärfungen bei Wörtern, Verben konjungieren, Adjektive steigern, von der Einzahl zur Mehrzahl, den Wortschatz erweitern, einen Text überarbeiten, Satzschlusszeichen kennen , Fragen beantworten, mit Sätzen spielerisch und gestaltend umgehen. Halt einfach alles, was man in der Schule “Deutsch” nennt! Das Ganze hat aber einen Nachteil für Olivia. Denn sie wird von Sara jeweils gnadenlos korrigiert! Tja, so kommen immer wieder neue Lernfelder auf uns alle zu und Sara darf nun ganz bewusst lernen, von der Korrekteuse zur Schreibbegleiterin von Olivia zu werden. 

Und damit nicht der Eindruck entsteht, dass Sara nur am PC schreibt: das Schreiben von Hand beherrscht sie selbstverständlich auch, sowie die Reihenfolge des ABC, welches sie vor einem halben Jahr singend gelernt hat und mittlerweile sogar beim Suchen von Namen im Telefonbuch anwendet.

Lernen basiert auf Beziehung und nicht auf Regeln.

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5. Februar 2009

Informelles Lernen

Unter dem Titel “Das meiste lernen wir nicht in der Schule” wurde im Zürcher Tagesanzeiger vom 4.2.2009 unter der Rubrik Leben ein interessanter Artikel über Informelles Lernen veröffentlicht, welchen wir unserer Leserschaft gerne weiter reichen wollen.

Man kann sich dem, was Erziehungswissenschaftler seit geraumer Zeit wissen, einfach nicht mehr entziehen. Wenn man sich im Vorfeld bereits vertieft mit dieser Materie befasst hat, dann kann dieser Artikel vielleicht etwas enttäuschen. Aber es ist schon ein riesiger Fortschritt, dass der Tagesanzeiger solche Themen überhaupt aufnimmt. Und es ist der Kreativität des Lesers überlassen, was die Erkenntnisse über Informelles Lernen für unsere Gesellschaft und deren Institutionen bedeuten könnten.

Yes, we can!

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20. Januar 2009

Mathematik im Alltag

Für uns Eltern ist es immer wieder spannend miterleben zu dürfen, wie unsere Kinder die Prinzipien der Mathematik im natürlichen Alltag entdecken. Zwar hatte Sara mal eine Phase, in der sie mit Begeisterung 'Schule' spielte. Dabei hat sie auch in den Rechnungsbüchern und Heften gearbeitet. Das 1. Klasse-Buch liess sie allerdings links liegen, denn sie meinte, dass sie jetzt sowieso in der 2. Klasse wäre. Also begann sie sogleich mit dem Heft der 2. Klasse, welches auf den ersten Seiten eine Repetition des gesamten 1. Klasse Schulstoffes beinhaltet. 

Die Seiten der Mathematik des Schulstoffes der 1. Klasse bearbeitete Sara zum richtigen Zeitpunkt innerhalb von zwei Tagen.

Wieso konnte sie das, obwohl wir das mit ihr nie geübt haben? Der Grund ist einfach: Mathematik findet überall statt! Dazu braucht es keine Rechenbücher und Arbeitshefte. Es gibt unzählige Situationen, in welchen die Kinder rechnen ohne sich dessen bewusst zu sein. Untenstehend sind nur einige wenige Beispiele davon erwähnt.

Eines davon ist Sara’s Hobby, das Kochen. Wenn sie aufgrund der Vorgaben im Kochbuch kocht, dann ist sie immer mit Zahlen konfrontiert. Dabei lernte sie schon vor längerer Zeit die Hohlmasse und die Gewichte kennen, wie hier beschrieben. Kürzlich backte sie einen Kuchen, wobei sie gleich die doppelte Menge Teig zubereitete. Hier wurde also alles mal zwei multipliziert. Als sie den Kuchen dann in Stücke schnitt und verteilte, war die Division gefragt.

Auch spielen die Kinder sehr gerne mit dem Verkaufsladen. Auf diese Weise hat Sara das Schweizer Geld und dessen Wert praktisch erfahren und kennen gelernt. Nicht nur, dass reale Kaufsituationen nachgespielt werden, hier wird auch gerechnet. Kürzlich meinte Sara: "Heute hab ich in meinem Laden aber viel verkauft. Ich hab gerade die Kasse gelehrt und das Geld gezählt. Da sind 429 Franken drin!" Es wird addiert, Differenzen berechnet, Retourgeld herausgegeben. Zusätzlich fliesst der Deutschunterricht auch noch gleich mit ein: Es wird in hochdeutscher Sprache gespielt, das Gekaufte wird mit Namen auf einen Zettel geschrieben und daneben kommt der Preis, à la Kassabon!

Natürlich übt sich Sara auch in den richtigen Läden mit dem Geld. So geniesst sie es, wenn sie einen Betrag an der Kasse bezahlen darf.

Sind wir mit dem Bus unterwegs, so ist Sara damit beschäftigt, Leute zu zählen. Wieviel Personen sind im Bus, wieviel sind eingestiegen und wieviel ausgestiegen, wieviel sind jetzt noch drin? Das gibt dann Kettenrechnungen wie z.B. 23 minus 8 plus 5 gibt 20.

Auch das Interesse an Längenmassen findet ganz natürlich statt: So will Sara immer wieder wissen, wie gross sie ist und wieviel Zentimeter sie seit dem letzten Messen gewachsen ist. Wie weit ist es von hier nach dort? Diese Fragen kommen auch immer wieder und das Gefühl für Distanzen wird von mal zu mal differenzierter.

Es werden die Tage bis zu einem bestimmten Tag gezählt oder es wird die Differenz von Tagen zwischen zwei Geburtstagen ausgerechnet. Jahreszeiten, Monate, Wochen, Tage und Uhrzeit fliessen ebenfalls in das Thema Mathematik.Das Einmaleins setzt Sara oft ein, ohne zu wissen, dass diese Art zu rechnen das berühmte Einmaleins ist. Sie weiss, wie es funktioniert und wie man es anwendet und irgendwann, wenn es Sinn macht, wird sie es mechanisieren und auswendig lernen wollen.

Beim Jassen, wo jede Karte eine andere Punktzahl hat, werden zum Schluss die Punkte zusammengezählt und mit den anderen Mitspielern verglichen.

Auch Olivia ist täglich mit Zahlen beschäftigt. So verkündete sie gerade heute: “Beim Sternenspiel hab ich schon sieben Sterne gefunden. Mir fehlen nur noch drei und dann hab ich alle zehn!”

Ja eigentlich vergeht fast kein Tag, an dem nicht auf irgendeine Art und Weise Mathematik stattfindet.

Lernen findet überall statt! Oder?

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21. Dezember 2008

Adventszeit

Eigentlich wollte ich schon lange wieder mal bloggen. Themen gäbe es ja mehr als genug. Es ist auch nicht so, dass wir im Weihnachtsstress sind. Nein, ich hatte einfach andere Prioritäten. Sicher, im Advent gibt es viel Spannendes und ich bin stets genau am abwägen, an welchen Veranstaltungen und Einladungen wir teilnehmen sollen oder wo wir lieber verzichten, da es sonst leicht zu einer Überflutung kommen könnte. Unter dem Motto "weniger ist mehr!" gelingt uns das ganz gut und wir können diese besondere Zeit des Jahres sehr geniessen. Nebst immer wiederkehrenden Ritualen zu Hause haben wir auch auswärts viel Interessantes erlebt.

Einige der vielen Themen, in welche Sara momentan während der Adventszeit vertieft ist, sind:

  • Die Welt: Ländernamen und ihre Abkürzungen, Kontinente, verschiedene Sprachen, welche Tiere leben in welchem  Land, wo sind die gefährlichsten Tiere.

  • Sternforscherin: Sterne, Sternbilder, Planeten 

  • Hexen und Heilen: Hexenecken, Kräuterverse, Zaubertrunks, Hexenbuch, Geschichten

  • Rollenspiele in verschiedensten Variationen

  • Englisch: Wörterbuch, Lernkartei, phasenweise Kommunikation mit mir in Englisch, englische Lieder hören und lernen

  • Geschichten: sich erzählen lassen, selber lesen, erfinden und schreiben.

  • Werken und Basteln, Kochen und Backen

Immer wieder zu Schulferien-Beginn werden wir gefragt, ob wir nun auch Ferien machen. Um Ferien zu machen im üblichen Sinne müssten wir unseren Kindern allerdings das Lernen verbieten. Denn für sie findet lernen jeden Tag statt, egal ob Wochenende, Feiertag, Ferien oder Alltag. So gesehen machen wir das ganze Jahr nie Ferien!

Wir wünschen all unseren  Bloglesern lichtvolle und erfüllte Festtage und ein lernendes Neues Jahr!

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15. Oktober 2008

Rollenspiel Schule Teil 1

Sara's momentaner Alltag: Aufstehen, spielen, frühstücken, "Schule spielen", Mittagessen, draussen spielen oder "Schule spielen"!

Wie das "Schule spielen" funktioniert, möchte ich gerne näher beschreiben: Zuerst zieht sie sich warm an, verabschiedet sich von mir,  geht nach draussen und fährt mit dem Velo im Quartier einen erfundenen Schulweg, bis sie nach einiger Zeit wieder bei uns "in der Schule" ankommt. Sie geht in ein frisch umgestelltes Zimmer, setzt sich an ihren Pult, wählt ein Heft oder Buch aus und beginnt darin zu lesen, schreiben, rechnen, singen. Und das von Morgens bis Mittags, manchmal auch Schule spielen noch Nachmittags bis Abends, immer wieder. Pausen macht sie nach eigenem Gefühl, manchmal längere (1/4 h) und manchmal kürzere (1 oder 2 Minuten). Zudem gibt sie sich jedesmal Hausaufgaben. Braucht sie Hilfe oder möchte mir etwas zeigen, dann ruft sie mich. Zwischendurch mag sie es auch, wenn ich im selben Zimmer bin und ihr zuschaue. Sie arbeitet voller Freude und hat viel Spass dabei. Kürzlich sagte sie sogar zu Nachbarskindern, welche gerne mit ihr gespielt hätten: "Nein, ich möchte jetzt lieber im Rechnungsheft diese Seite ausfüllen, danach lese ich noch eine Geschichte und dann komme ich zu euch. Wartet ihr beim Lindenbaum?" Die Nachbarskinder, welche sich gerade über ihre Schulferien freuten, standen ziemlich verblüfft da, warteten dann aber beim Lindenbaum. 

Olivia's momentaner Alltag: Aufstehen, spielen, frühstücken, Schule spielen, Mittagessen, draussen spielen. Da Olivia fasziniert ist von Sara's Schulspiel, spielt sie gleich auch mit und schreibt in ihren Kindergartenheften mit viel Fleiss Zahlen hinein, bevor sie wieder etwas anderes spielen geht. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass auch beim Spielen, oder eben gerade beim Spielen, sehr viel gelernt wird!

Während die Mädchen also oft mit "Schularbeiten" beschäftigt sind, arrangiert sich Nalin mit Puzzles, Rollenspiel bei den "Mannli", Bücher anschauen, usw.

Woher die Idee kommt, Schule zu spielen, weiss ich nicht genau. Ein Auslöser dafür könnte sein, dass wir vor kurzem vom kantonalen Amt für Bildung ein ganzes Paket voller Lehrmittel erhalten haben. In diesem Paket sind alle Bücher, Hefte und Materialien enthalten,  welche die Schüler in der Schule bekommen. Vor einem Jahr haben wir schon mal in einem Blog über das Thema "Harmonischer Behördenkontakt" berichtet. LehrmittelDes Weiteren haben wir ein Zimmer umgestaltet und für Sara einen Schreibpult hineingestellt. Etwas später haben wir das Zimmer gleich nochmals umgestaltet, da Olivia auch  einen Schreibpult wünschte. Glücklicherweise hatten wir noch einen im Gestaltungszimmer, welchen wir dort entbehren konnten. Zur Zeit lieben sie es, an ihrem persönlich eingerichteten Schreibpult zu sitzen, zu arbeiten und zu SEIN.

Wir machen unseren Kindern keine Auflage, dass sie die Lehrmittel durcharbeiten müssen. Wir sehen diese vielmehr als Angebot, welches sie nach eigenem Bedürfnis nutzen können. Dass sie völlig freiwillig und selbst inszeniert tagelang am Lernen sind, zeigt:

Freude erzeugt Lernen und Lernen erzeugt Freude!

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21. August 2008

Französischer Lernspass

Kinder lernen Sprachen spielend leicht. Das dürfen wir im Moment auch bei unseren Kindern erleben. Inspiriert von der Zeit mit unserem Ferienkind aus Paris, haben unsere beiden Töchtern das Bedürfnis immer wieder französisch zu sprechen. Es ist ein Spiel für sie und es macht ihnen offensichtlich Spass. Ganz spontan sprechen wir immer wieder zwischendurch französisch miteinander, wobei die Kinder schon ganz gut einfache Dialoge mit mir führen können.

Olivias Lieblingsbuch ist im Moment "Une fête des enfants à Bullerbü " von Astrid Lindgren. Dieses lese ich ihr auf französisch vor und dabei hören Sara und Nalin meistens auch zu. Beim Vorlesen gehe ich nach dem gleichen Prinzip wie beim Sprechen vor: Ich lese zuerst einen Satz vor und übersetze ihn sogleich auf Deutsch. Das klingt vielleicht etwas mühsam, ist es aber überhaupt nicht. Beim Vorlesen ergibt sich ein schöner Flow und wenn sie anschliessend die dazugehörige CD hören, auf welcher die ganze Geschichte ausschliesslich auf französisch gesprochen ist, dann verstehen sie zwar (noch) nicht Wort für Wort, können der Handlung aber sinngemäss folgen und im Buch mitblättern.

Seit mehreren Tagen ist Sara in ein Rollenspiel vertieft. Sie spielt dabei die Geschichte des französischen Engels Amélie, welcher etwas schusselig ist. Dabei spricht sie natürlich nur französisch und kommt immer mal wieder fragen, wie denn das und dies genau heisst. Sie meinte sogar: "Mit mir dürft ihr nur noch französisch sprechen, denn Deutsch verstehe ich nicht mehr!"

Bei Nalin scheint auch so manches hangen bleiben. So schmunzeln wir oft, wenn er seine Sprachkünste plötzlich offenbart. Holt er die anderen zum Essen, so sagt er z.B. nicht wie normalerweise "ässä", sondern ruft "nous pouvons manger - essen!"

Französisch, für die ganze Familie ein spielerisches Vergnügen!

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14. April 2008

1000 Tage Nalin

Genau heute wurde Nalin 1000 Tage alt. Dieses Ereignis musste natürlich gefeiert werden. Für Nalin war es eigentlich ein Tag wie jeder andere und dass er zwischendurch im Mittelpunkt stand, nahm er gelassen hin. Hier sind ein paar Eindrücke von heute:

Nalin am Bauen      Luftschacht entdeckt         Klettergeist      Nalin konzentriert am Bilderbuch schauen

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22. März 2008

Erfolgserlebnis für Olivia

Olivia wünschte sich schon seit längerer Zeit, dass wir ihr die Pedalen an ihr Rennrad montieren. Da wir aber warten wollten, bis sie wirklich sicher "rennt" und die Balance gut halten kann, musste sie sich noch ein wenig gedulden. Heute Morgen aber war es dann soweit und Bruno machte sich ans Werk. Alle drei Kinder leisteten ihm dabei Gesellschaft und beobachteten, wie aus dem Rennrad ein Trettrad, bzw. ein Velo wurde.  Am Nachmittag ging es dann gleich los 22032008028und auf dem nahen Schulhausplatz liess es sich gut üben. Nach anfänglichen Unsicherheiten gelang es ihr ziemlich bald, ganz alleine zu fahren. Die Freude über ihr Erfolgserlebnis stand ihr im ganzen Gesicht. Sie übte über 1 1/2 Std., bis sie wirklich müde, aber vollkommen erfüllt war.

Übrigens überraschte uns Olivia schon vor ein paar Tagen, als sie wie Sara jemandem eine Mail schreiben wollte. Sie hatte kürzlich schon mal eine Mail geschrieben, dabei drückte sie jedoch ziellos auf den Tasten herum. Nachdem wir ihr also erneut eine Seite eingerichtet hatten, begann sie mit dem Schreiben. Ziemlich verblüfft waren wir, als wir das Geschriebene ganz unerwartet lesen konnten. Es stand:" OLIVIASARAPAPAMWAWA". Beim letzten Wort hat sie bei MAMA den M mit dem W verwechselt.

So geschieht bei uns immer wieder ganz unerwartet Lernen.

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18. März 2008

Bilder des Tages

 

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Olivia präsentiert ihr frisch angemaltes Osterei.

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Nalin übt sich mit seinem kleinen Osterhasenfreund beim Trockenskifahren.

 

 

 

 

 

 

"Siri, die Montagsfee" ist im Moment Sara's liebste Leselektüre. Daraus liest sie täglich fast eine Stunde, und das absolut freiwillig und aus eigener Motivation.

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So wird den ganzen Tag auf verschiedene Art und Weisen gelernt.

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