Pro-Lernen

In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.

8. März 2010

Näh-Atelier

Die Nähmaschine war bis vor einiger Zeit in einem Schrank versorgt. Bei Bedarf holten wir sie hervor und nähten meistens am Küchentisch. Das hat sich jetzt geändert! Denn nachdem Sara kürzlich ihre ersten Nähversuche an der Maschine gemacht hatte, richtete sie danach kurzerhand ein Näh-Atelier ein! Näh-AtelierDer Platz dort (unter einer Treppe) ist wirklich nicht gross, doch es reicht nebst dem Nähplatz immerhin sogar für einen kleinen Stoffladen mit Stoffresten, Nähnadeln, Schere, Papierrolle für Schnittmuster, Gummibänder, Knöpfe, usw! Hier kann man bei ihr nicht nur Stoff ‘kaufen’, sondern auch Schneider-Aufträge aufgeben.  Egal ob es eine Koch-Schürze, einen Stoffbeutel, eine Hose, eine Tunika oder ein Puppenkleid ist: Sara nimmt jeden Aufrag an ;-) Zu Beginn überlegten wir uns, wie man ein Kind möglichst selbstbestimmt an eine solche Maschine heran lässt. Denn es musste gewährleistet sein, dass Sara sich nicht an der Nadel verletzt und ebenso wollten wir, dass die Nähmaschine voll und ganz funktionstüchtig bleibt. So erklärten wir ihr die wichtigsten Sicherheitsregeln und das etwas komplizierte Einfädeln des Fadens konnte sie an uns delegieren. Nun konnte sie selbständig die verschiedenen Stiche ausprobieren, was sie ziemlich langweilig fand. Sie begann lieber gleich damit, ein Kleidchen zu nähen. Eines nach dem anderen! Manchmal wurden sie zu eng, oder zu kurz, oder ein schöner Saumabschluss fehlte. . . . . . . Sie wusste, dass sie jederzeit für einen Trick fragen kommen durfte und so lernte sie einen Trick (= Nähtipp) nach dem anderen! Inzwischen näht sie Kleidchen nach selbstgemalten Schnittmuster und auch die Abschlüsse werden schon ganz schön. Es macht ihr richtig Spass!

Wir freuen uns, dass die Kinder uns immer wieder helfen, die Lernumgebung nach ihren Bedürfnissen zu gestalten!

Labels: ,

7. März 2010

Alchemisten-Labor

Die Neugier und Freude an naturwissenschaftlichen Phänomenen und Experimenten braucht bei Kindern gar nicht erst geweckt zu werden. Im Gegenteil. Alchemisten - LaborKinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt entdecken und erforschen, egal wo sie sich befinden! Um ihrer Neugier, Faszination und Begeisterung für diese Phänomene auch im Haus drinnen gerecht zu werden, gestalten wir die Umgebung dementsprechend. Denn so war bei unseren Kindern der begehrte Lernort sehr oft die Küche, wo ein Grossteil des Materials zum Experimentieren bereits vorhanden war. Da allerdings dabei sehr oft ein ‘Bodensee’ in der Küche entstand, verlegten wir diese Wasserexperimente in die Gästedusche, wo das Wasser jeweils von selbst und ohne Überschwemmungsgefahr abfliessen kann und das Ganze im Nachhinein einfach zu reinigen ist! Dank einer einfachen Holzkonstruktion entstand die  ‘Wasserküche’, welche nebst diversen Behältern, Trichtern und Schläuchen ergänzt wurde mit Reagenzgläsern, Mit etwas Essig und Backpulver geht der Ballon von alleine auf!Sprühflaschen, Essig, Farbstoffen, Backpulver, usw. Irgendwann wurde der Platz zum Abstellen der Materialien knapp und wir kreierten ein schmales Gestell. Die ‘Wasserküche’ begann sich in ein Alchemisten-Labor zu verwandeln: Viele bedenkenlose, gut beschriftete Pülverchen wie Puderzucker, Backpulver, Maisstärke, Kreidepulver, Traubenzucker, Brausepulver, Salz, Zucker, Sand, Zitronensäure, Natriumsulfat, Natron, Curcuma und Chili, aber auch flüssige Seife, Lebensmittelfarbe, Essig, sowie Materialien wie z.B. Pipetten, Ballons, leere Gläschen und Behälter, Spritzen sowie auch Schläuche in diversen Dicken und Längen gehören dazu.

Die Kinder haben auch oft selber Ideen und holen sich ihre Zutaten in der Küche wie z.B. Zitronensaft, Apfelschalen oder Randen.

Neuerdings ergänzt ein Protokoll-Ordner unser Alchemisten-Labor, wo die Kinder ihre Versuche, Ergebnisse und Erkenntnisse eintragen und festhalten können. So wird hier nebst den genommenen Zutaten etwa der Duft, die Farbe oder die entstandene Konsistenz beschrieben und festgehalten. Immer mal wieder machen wir gemeinsam ein beschriebenes Experiment aus einem Buch, was jeweils auch spannend ist.

Persönliche Erfahrungen und der unbeschwerte Umgang mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Phänomenen bilden die Grundlage für lustvolles Entdecken und Lernen!

Labels: ,

5. März 2010

Kinderzimmer

Der Name dieses Zimmers sagt eigentlich nichts über den Inhalt aus. Denn da sich dieses Zimmer immer wieder verwandelt, hat es einfach noch keinen treffenderen Namen erhalten! Mal ist es ‘Hüpfzimmer’, mal Gästezimmer, mal Hüttenbauzimmer, mal Kletterzimmer, mal Puppenparadies, mal alles miteinander, usw. Zur Zeit ist es nebst Hüttenzimmer auch gerade wieder mal soweit, dass die Kinder es lieben, über den zwei Meter hoch in der Luft hängenden Balken zum Schrank zu klettern resp. balancieren.Kinderzimmer von oben Kinderzimmer mit TücherhütteDass sie dort hin klettern und es sich auf dem Schrank bequem einrichten, kommt immer wieder vor. Doch wenn wir Tendenzen feststellen, dass das ‘Hangen’ und ‘Klettern’ nicht mehr demnächst aufhören wird, dann ist der Zeitpunkt gekommen, darunter weiche Unterlagen herzurichten, einfach zur Sicherheit! Sobald allerdings die Unterlagen da sind, geht es erst so richtig los!! Nun wird noch viel wilder am Balken herum geturnt und gehangen, am Seil Kunststücke ausprobiert oder vom Balken runter gesprungen und innerhalb kürzester Zeit wird das Zimmer wieder in ein ‘Hüpfzimmer’ umfunktioniert! Verschnaufpausen gönnen sie sich in der Tücherhütte, wo das Spiel meistens in Form von Rollenspielen fortgesetzt wird!

Labels: ,

4. März 2010

Mandala-Galerie

Aus einem langen Brett von einem Notbett aus dem Luftschutzkeller (!) ist ein Mandala-Tisch entstanden. Als wir im ganzen Haus alle Farben zusammen suchten und sortiert in die Töpfchen stellten, staunten wir nicht schlecht! Es war uns gar nicht bewusst gewesen, dass wir überhaupt so viele Farben mit so unterschiedlichen Farbtönen haben! In der Mandala-Galerie halten sich die Kinder sehr oft vor dem Schlafen auf.

Mandalagalerie

Dann wird entweder ein Mandala ausgemalt, gezeichnet oder Tagebuch geschrieben. Dabei reflektieren sie oftmals den Tag und erzählen, wie sie sich in verschiedenen Situationen gefühlt haben. Doch auch tagsüber kommt es vor, dass sich eines der Kinder in die Mandala-Galerie zurückzieht und sich dort beim Malen zu sanfter Musik verweilt. Es hat in dieser Galerie auch Bücher, welche ‘Schritt-für-Schritt’ Anleitungen beinhalten um etwas Bestimmtes zu zeichnen. Diese werden meistens nur dann gebraucht, wenn das Zeichnen des gewünschten Objektes nicht so entstehen will, wie sie es sich vorgestellt haben! 

Die Mandala-Galerie ist für alle ein Ort der Ruhe.

Labels: ,

3. März 2010

Handwerker-Ecke

Als unser Sohn Nalin begann, Papa’s Handwerker-Kiste auszuräumen und mit den Werkzeugen unser Handwerker-EckeHaus zu erkunden, war der Zeitpunkt reif für eine Handwerker-Ecke!  In einer ungefährlichen Ecke des Hauses (im Wohnzimmer ;-() richteten wir für ihn Material her, um mit Nägeln in allen Grössen, mit Hammer, Schrauben und Schraubenzieher, Gummibändern, Feilen, Schleifpapier, Meter, Restenholz, usw. experimentieren zu können, ohne dass wir um unser Haus zu bangen brauchten! Schliesslich faszinierte die fertige Handwerker-Ecke aber nicht nur Nalin, sondern auch seine beiden Schwestern. Abgesehen von den phasenweise ‘nicht enden wollenden hammerschlagenden Geräuschen’ sind auch wir Eltern fasziniert, wie jedes unserer Kinder mit völlig unterschiedlicher Motivation an diese Werkzeuge herangeht und ausprobiert. So ist es bei dem einen Kind die pure Freude am rhythmischen Hämmern, beim anderen ist es, weil es einen Gegenstand für ein Rollenspiel braucht und wieder beim anderen, weil es in die Rolle eines Handwerkers schlüpft!

Momentan haben wir die Handwerker-Ecke aus Platzgründen in den Wintergarten verlegt, da inzwischen fast das gesamte Material vom Bauraum von dort in den Wohnbereich verlegt wurde.

So lassen wir uns von den Kinder immer wieder den Weg zeigen, wie wir die Lernumgebung gestalten können und bis jetzt hat es immer funktioniert!

Labels: ,

10. Februar 2010

Fremdsprachen lernen

Wie ist es faszinierend miterleben zu dürfen, wie unsere Kinder absolut ohne Berührungsängste und ganz locker fremde Sprachen lernen! Das erste Mal kamen sie mit einer Fremdsprache in Berührung, als ein französisches Gastkind aus Paris bei uns für fast einen Monat in den Ferien war. Das ist nun schon über 2 Jahre her und mittlerweile sprechen und verstehen Sara und Olivia die französische Sprache zwar nicht perfekt, aber immerhin schon so gut, dass sie problemlos in dieser Fremdsprache telefonieren und kommunizieren!

Vor drei Monaten haben wir auf Wunsch unserer ältesten Tochter Sara mit Englisch angefangen. Während eines Auslandaufenthaltes hat sie diese Sprache beeindruckt und auf natürlicher Weise lernte sie damals einige Brocken davon. Eine der besten Formen, eine Sprache zu erlernen, ist sowieso, sich in einem entsprechenden Land über längere Zeit aufzuhalten. Da dies aber nicht immer möglich ist, lernen unsere Kinder die Fremdsprache hier Zuhause auf ähnliche Art und Weise, wie wenn sie im Ausland wären. Und das geht ganz leicht. Statt mit den Kindern in Schweizerdeutsch zu sprechen, spreche ich während des Tages ganz einfach in der gewünschten Fremdsprache und übersetze den Satz zu Beginn gleich anschliessend 1:1. Auf diese Art und Weise ähnelt das Fremdsprachenlernen jener Art, wie kleine Kinder die Muttersprache lernen. Ganz ähnlich empfiehlt  Vera F. Birkenbihl das Erlernen von Fremdsprachen. Wir lassen ihre Erkenntnisse auch bei uns einfliessen.

Es gibt Fachkreise, die empfehlen, dass Kinder möglichst früh Fremdsprachen lernen sollten. Sie begründen das damit, dass ein Baby fähig ist, die Töne aller Sprachen zu unterscheiden. Wenn es durch seine Mutter und seine Umgebung auf die Töne der Familiensprache spezialisiert wird, wird es mehr und mehr die Fähigkeit verlieren, andere Töne, die nicht zu dieser Sprache gehören, zu erkennen. Darum hört das kleine Kind verschiedene Sprachen und behält die sprachliche Fähigkeit, zu verstehen und zu sprechen. Es hat einen anderen Bezug zu den Sprachen als die Jugendlichen und Erwachsenen. Es lernt einfacher und unbewusst, durch spielerische Nachahmung, auf die selbe Weise, wie es seine Muttersprache erlernt. Diese aussergewöhnliche Lernfähigkeit für Sprachen nimmt mit dem Alter progressiv ab und verschwindet nach dem zehnten Altersjahr.

Wieder andere Fachkreise betonen, dass die Zeit für eine zweite Sprache erst dann reif sei, wenn das Lerninteresse beim Kind vorhanden sei. Das sei je nach Kind im Alter von zwischen 10 und 13 Jahren.

Nun, wann auch immer die Zeit beim Kind reif ist, einig scheint man sich zu sein, dass Fremdsprachen das Sprachbewusstsein, die Sensibilisierung für andere Kulturen, die Offenheit gegenüber anderen Menschen und die Toleranz fördert. Eine Fremdsprache ermöglicht zudem Einblick in verschiedene Kulturen mit deren spezifischen Denkarten und dem ihr eigenem Humor. 

All unseren Kindern macht das Sprachenlernen auf jeden Fall sichtlich Spass und unsere älteste Tochter hat bereits angekündigt, dass sie als nächstes Spanisch lernen möchte. Schauen wir mal, wie lange unser Spanisch da noch reicht ;-)).

Wir sind der Meinung, dass es nie zu früh ist, mit Kindern Material Französisch und Englischin einer fremden Sprache zu sprechen, solange sie Freude und Spass daran haben.

Mittlerweile haben wir schon eine Menge mit vielen schönen und auch inhaltlich stimmigen Bilderbüchern, Geschichten, Liedern, Reimen, Spielen oder CD’s auf Englisch und Französisch. Der absolute Hit zur Zeit sind die ‘Winnie the Witch’ Bücher, welche uns mit ihrem Humor und den vielen Details überzeugen und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mindestens eines dieser Bücher anschauen und erzählen.

So experimentieren wir das Fremdsprachenlernen auf vielfältigste Art und Weise und können über den Lernfortschritt unserer Kinder nur staunen.

Labels: ,

4. Dezember 2009

Interessen-Plätze

Haben die Kinder ein authentisches Bedürfnis zu einem Thema mehr zu erfahren, dann gestalten wir Eltern die Umgebung so, dass Lernen zu dem gewünschten Thema stattfinden kann. So entstehen dann oft kleine oder grössere Interessen-Plätze. Hier stellen wir Materialien bereit, sodass die Kinder sich zu ihrem interessierten Thema bilden können. Das Internet ist dabei eine selbstverständliche und wichtige Unterstützung. Zur Zeit haben wir ein Interessen-Tischchen zum Thema ‘Tiere in Australien, Tiere in der Steppe, Tiere im Urwald und Tiere im Meer’. Nebst Bilder-und Sachbücher aus Interessen-Tischchen 'Tiere'unserer eigenen Kinder-Bibliothek oder der Gemeinde-Bibliothek hat es hier Spiele wie Memories oder Dominos, Fragekarten, Infokarten, Rätsel, Kopiervorlagen, usw. Ein weiterer Interessen-Platz mit dem Thema Körper ist inzwischen zu einer Interessen-Ecke gewachsen. Wir haben erfahren, dass dieses Thema bei unseren Kindern immer wieder neu aktuell ist und somit haben wir diesen Bereich ergänzt und vergrössert. In der neu entstandenen Körper-Ecke befinden sich verschiedenste  Bücher zum faszinierenden Thema Körper, wobei für jedes Alter etwas mit dabei ist. Zusätzlich wird diese Ecke bereichert durch einen stabilen Torso, welchem man die Organe rausnehmen kann, um so das Innere des Bauches zu entdecken und zu erkunden. Auch ein Skelett und ein Stethoskop sowie zwei Körper-Poster gehören dazu. Zur Zeit spielen die Kinder ‘Arzt und Ärztin’. Und das obwohl sie noch nie ernsthafte Erfahrungen mit einem Spital oder einem Mediziner hatten. Im Rollenspiel nehmen sie den Torso auseinander und als kleine Ärzte wollen sie natürlich wissen, für was denn die verschiedenen Organe zuständig sind. 'Körper-Ecke'So haben wir abgemacht, dass ich ihnen jeden Tag zu einem einzelnen Organ einige Besonderheiten erzähle. Das Interessante für mich ist jeweils, dass sich jedes Kind jene Informationen herauspickt, welche seinem Reifeprozess entsprechen. Selbst Nalin (4 Jahre) findet es am Besten, wenn er als spielender Patient zur ‘Ärztin’ geht und sagen kann, welches Organ ihm gerade weh tut oder wenn er selber als Arzt seinen ‘Patienten’ einige Schüsslersalze verabreichen kann oder sie mit einer Spritze am ganzen Körper kitzelt!

Auch gerade aktuell ist der Interessen-Platz zum Thema Advent und Weihnachten, wo die Kinder diverse Bücher, Geschichten, Bastelmaterial, usw. vorfinden.

Auch hier fliessen Wissengebiete und Lernbereiche ineinander über. Mit Lesen, Tasten, Schauen, Staunen, Spielen sowohl aktiv als auch passiv, Spüren, Fühlen, usw. werden verschiedenste Sinne und Lernkanäle gleichzeitig nebeneinander aktiviert.

Labels: , ,

3. Dezember 2009

Puppengalerie

Diese Galerie ist immer wieder mal für eine gewisse Zeit das Paradies unserer Mädchen. Was natürlich nicht bedeutet, dass Nalin nicht auch hier spielen darf. Doch seine Interessen gelten meistens anderen Dingen, wie Arbeiter, Kräne, Bagger und Maschinen aller Arten, was keineswegs anerzogen ist! Die Mädchen übernehmen zum Beispiel die verantwortungsvolle Rolle als Mutter oder Vater und versuchen möglichst viele Erlebnisse wahrheitsgetreu nachzuspielen. Phasenweise ist diese Galerie heiss begehrt: Puppen, Kleider, Stoffe, Vorhänge, Hängebettchen für die Elfen und Feen, grosses Bett für alle Puppen. . . . . . darüber gäbe es viel zu berichten. Es werden hier und im ganzen Haus Rollenspiele in allen Variatonen gespielt.

Puppengalerie

Labels: ,

2. Dezember 2009

Computerstation

Noch nie war man so schnell und einfach zu fundierten und differenzierten Informationen gekommen wie im heutigen Zeitalter des Internets. Und genau deshalb gehört auch ein Computer zur Lernumgebung unserer Kinder. Haben die Kinder eine Frage, dann finden wir meistens im Internet die Antworten dazu. Oftmals wüssten wir Eltern die Antwort ja schon im Voraus und könnten sie den Kindern einfach sagen. Abgesehen davon, dass wir das manchmal auch tun, geht es uns aber vielmehr darum, den Kindern aufzuzeigen, auf welche verschiedenen Arten sie zu Informationen kommen. Computer-StationEs gibt Tage, an welchen die Kinder sehr viele Fragen haben und es nicht möglich ist, sofort auf alle Fragen Antworten zu finden. Deshalb haben wir mit den ‘Frage-Zetteln’ begonnen, auf welche die Kinder ihre Fragen aufschreiben und an der Wand neben dem PC aufhängen, damit sie nicht vergessen gehen. Hier steht dann z.B. ‘Wie alt ist der älteste Mensch?' Wie lebt der Seestern? Wie tief ist das Meer? ’Zu einem passenden Zeitpunkt bilden wir uns dann zu einer aufgeschriebenen Frage gemeinsam weiter oder ich suche abends, wenn die Kinder schlafen, einige Links oder Informationen für sie raus und wir schauen sie uns am nächsten Tag an. Oftmals kann man mehrere Fragen zu einem Thema ordnen. Dafür haben wir Interessen-Plätze bereit gestellt, wo die Kinder Material entsprechend ihren Interessen wieder finden können. Natürlich wird der Computer auch zum Schreiben von Geschichten oder Emails benutzt. Und es kann auch vorkommen, dass eines unserer Kinder eine Lieblingsseite hat, welche immer mal wieder besucht wird wie z.B. jene von Pippi Langstrumpf, wo unsere älteste Tochter einst mehrere Lieder von Pippi in verschiedenen Sprachen selbständig gelernt hat.

So stehen wir den neuen Technologien jederzeit offen, interessiert und neugierig gegenüber.

Labels: , ,

22. November 2009

Schule 2030: Ist Homeschooling die Zukunft?

In einem interessanten Artikel schreibt Gérard Bökenkamp über die Schule 2030. Er wagt dabei eine sehr kühne These:

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Homeschooling in der Mitte des kommenden Jahrhunderts nicht die Ausnahme sein wird, sondern breite Verbreitung findet und Elemente des Homeschoolings auch in den Schulbetrieb integriert werden. Den entscheidenden Grund dafür sehe ich in der technischen Entwicklung, besonders im Bereich der neuen Medien.

Lesen Sie hier…

Labels: , ,

14. September 2009

‘Pro-Lernen Zimmer’

Obwohl die Kinder im ganzen Haus Lernmöglichkeiten vorfinden, haben wir ein Zimmer, welches wir ‘Pro-Lernen Zimmer’ nennen. Hier haben Sara und Olivia je einen grossen Schreibpult mit Schubladen, Nalin hat ein kleines Tischchen, welches ihn bis jetzt vollkommen erfüllt. Des Weiteren hat es in diesem Raum zwei grosse Gestelle. Auf dem einen befinden sich über 20 Ordner aus meiner ehemaligen Lehrerinnentätigkeit, gefüllt mit Themen- und Arbeitsblättern zu Mathematik, Deutsch und Mensch & Umwelt. Hier wähle ich ab und zu eine Kopiervorlage als Angebot aus, wenn es gerade zu einem Thema der Kinder passt. Ab und zu suchen sich die Kinder auch selber etwas aus diesen Ordnern. Allerdings beobachte ich immer wieder, dass das Interesse für diese Arbeitsmaterialien bei unseren Kindern bis jetzt sehr gering ist. Lösen sie mal ein Arbeitsblatt, dann eigentlich nur in jenen Zeiten, in welchen sie ‘Schule spielen’. Zudem hat jedes Kind dort ein Regal für die 'Pro-Lernen Zimmer' mit Zahlen- und Buchstabenmaterialeigenen Ordner und andere persönliche Dinge. Auf einem anderen Gestell (Foto nebenan) haben wir eine Fülle an Materialien rund um die Themen Buchstaben und Zahlen.  Einen Grossteil der angebotenen Materialien ist selbstgemacht und es befinden sich darunter diverse Variationen von Memorys, Dominos, Puzzles, usw. Damit die Kinder den Inhalt in den vielen Behältern (es sind über 90) gut erkennen können, sind diese bewusst in transparentem Plastik versorgt. Es würde zu weit führen, wollte ich alle Materialien im Detail auflisten. Deshalb einfach einen kurzen Überblick: Bei den Zahlen hat es Material, um erstens mal den Zahlenbegriff erfassen zu können. Zweitens, die vier Grundrechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division) auf möglichst viele verschiedene Arten erlernen zu können und drittens diese auch zu mechanisieren. Zudem hat es Würfel, Messbänder und Sanduhren. Bei den Buchstaben hat es diverses Erstlesematerial, Schreibmöglichkeiten, Übungsspiele für das Leseverständnis und viele Angebote, um sich die Rechtschreibung anzutrainieren.

Es gibt Zeiten, da verweilen sich die Kinder stundenlang mit diesen Materialien. Doch viel mehr Zeiten gibt es, wo die Kinder Mathematik und Deutsch im realen Alltag lernen. Die Materialien bieten dann jeweils Gelegenheit, etwas nochmals auf eine andere Art zu veranschaulichen und zu vertiefen.

Im ‘Pro-Lernen Zimmer’ haben wir zudem genügend Ablagefächer, um Ordnung und Übersicht zu ermöglichen. Ausserdem stehen auf einem Regal diverse faltbare Land- und Weltkarten, Kompass, Globus, Miniplanetarium und Sternenglobus.

Die Kinder haben dieses Zimmer gerne und nennen es manchmal spassig  ‘mein Büro’. Auch während unseres längeren Aufenthaltes in Sardinien fragten wir sie, was sie am Meisten vermissen würden und Sara sowie auch Olivia nannten als etwas vom Ersten ihren Schreibpult.

Labels: , , ,

13. September 2009

Klang-Ecke

Wo noch bis vor wenigen Monaten all die Materialien rund ums Thema Klangerlebnisse, kreatives Musizieren, Klang-EckeSingen und spontanes Tanzen im ganzen Haus verteilt waren, sind sie jetzt übersichtlich geordnet in unserer Klang-Ecke. Zwei Gitarren, eine Altflöte und mehrere Blockflöten gehören dazu und begleiteten meinen Mann und mich schon während unserer eigenen Kindheit.  Des Weiteren haben wir dort ein grosses Xylophon, Kongas, Rhythmik-Instrumente, afrikanische Kalimba (Daumenklavier), Klangschalen, viele Liederbücher, Musik-Ordner, eine Auswahl an CD’s mit Musik zum Mittanzen oder Lieder zum Mitsingen. Es kommt oft vor, dass sie selbständig die Instrumente erkunden, darauf improvisieren oder zum Mitsingen benutzen. Sie lieben es auch, wenn ich mit ihnen zusammen ein Lied singe und es auf der Gitarre begleite. Zur Zeit sind Sara und Olivia mit dem Erlernen des Blockflötenspielens beschäftigt und üben fleissig daran. Obwohl es manchmal gar nicht so einfach für sie ist, die richtigen Töne zu finden, sind sie motiviert mit dem Ziel vor Augen, bald ihre Lieblingslieder selber mit der Flöte spielen zu können. 

Labels: , ,

10. September 2009

Kinderbibliothek

Da wir beide (Mutter und Vater) sehr gerne lesen und uns immer wieder zu den unterschiedlichsten Themen bilden, haben wir auch ein entsprechend grosses Büchergestell. Einen (kleinen) Teil unserer Gesamtbibliothek haben wir zum Thema Bildung und Kinder auf unserer Literaturliste festgehalten. Wie soll es denn anders sein, als dass Kinder, welche ihre Eltern lesen sehen, früher oder später auch lesen lernen wollen?

In unserer Kinderbibliothek findet man Bücher mit lustigen, frechen, witzigen, poetischen, sinnlichen, humorvollen, lieblichen, fantasiereichen, Fragen anregenden, bildenden, abwechslungsreichen, anschaulichen, friedlichen, spannenden, geistreichen, reizenden, angenehmen, geschmacksvollen, fesselnden, unterhaltsamen, scharfsinnigen, vergnügten, raffinierten, lehrreichen, munteren, wissenswerten, prächtigen, fabelhaften, Werte bildenden, pfiffigen, abenteuerlustigen, offenherzigen, amüsanten, eindrucksvollen, gründlichen, faszinierenden, Wortschatz erweiternden, durchdachten, märchenhaften, erfrischenden, spirituellen, fachkundigen, gemütlichen, informativen, mitreissenden, atemberaubenden, profunden und wohltuenden Geschichten.

 Kinderbibliothek

Das Buch nimmt eine zentrale Rolle in unserer Familie ein und es vergeht kaum ein Tag, ohne dass die Kinder nicht im Minimum in einem Buch geblättert haben. Nebst dem, dass insbesondere Sara schon ganze Bücher selbst liest, oder besser gesagt verschlingt (wer hätte das gedacht, dass ein Kind selbstbestimmt lesen lernen kann!!), lieben es alle unsere Kinder, wenn wir ihnen Geschichten vorlesen oder erzählen. Bei drei Kindern, die alle zur gleichen Zeit ein anderes Buch wünschen, ist Organisation gefragt. Im Moment haben wir es so gelöst, dass Sara und Olivia abwechslungsweise ein Buch auswählen und ich lese die Geschichte auf mehrere Tage verteilt vor. Natürlich hören dann beide Mädchen interessiert mit. Da die Bilderbücher von Nalin weniger zeitintensiv sind, kommt er ebenfalls täglich in den Genuss einer Geschichte.

Übrigens: Auch die Gemeindebibliothek in unserem Wohnort besuchen wir regelmässig.

Labels: , ,

17. August 2009

Malstation à la Arno Stern

Vor über zwei Jahren haben wir unsere Malstation à la Arno Stern eingeweiht. Darüber haben wir hier berichtet. Mittlerweile wurden schon sehr viele Bilder damit gemalt und die Kinder sind nach wie vor fasziniert von den Möglichkeiten und der Art, sich ausdrücken zu dürfen. Auch Nalin, welcher vor zwei Jahren noch nicht verstand, dass er den Pinsel nicht von Farbtopf zu Farbtopf tunken durfte, da dadurch die Farben vermischt werden, malt nun mit viel Hingabe und Freude seine kleinen Kunstwerke. Wie ich schon in diesem Blog berichtet habe, nimmt die ‘dienende Haltung’ eine wichtige Rolle ein. Der Forscher und Pädagoge Arno Stern formuliert das so:

“Die dienende Einstellung unterscheidet sich grundsätzlich von einer belehrenden Beziehung zum Kind: Der Dienende im Malort vermittelt kein Wissen. Aber die gründliche Kenntnis des Formulationsablaufes bestimmt seine Haltung: Das Wissen um das Allgemeingültige schützt vor der Versuchung einer Anteilnahme am Persönlichen, vor der Lust, die entstehende Spur zu beurteilen oder gar zu deuten. Es ist zur Ausübung dieses Berufes unentbehrlich; nicht aber eine eigene Erfahrung im Umgang mit Pinsel und Farbe. Hier entsteht ja nicht ein Verhältnis wie zwischen dem vorbildlichen Meister und dem unerfahrenen Lehrling. Dienen heißt, in jedem Moment sich in die Lage aller versetzen, die hier spielen; dafür sorgen, dass sie durch nichts vom Wesentlichen abgelenkt werden; ihnen jede unnötige Mühe ersparen; sie vor jeder materiellen Besorgnis entlasten. Und auch wer nur von der Formulation erfährt, kann nicht mehr, wie so viele es tun, Kinderzeichnungen verbessern, beurteilen, kommentieren, deuten, wie Werke aufnehmen oder gar ausstellen, sondern wird sie als das anerkennen, was allein sie auszeichnet: als ein vom Kind erlebtes Spiel, das keinen Fremden einbezieht. Dieses Dienen ist - zum Unterschied von so vielen Beschäftigungen in unserer Gesellschaft - eine beglückende Tätigkeit, die nie zur Routine erschlafft."

Schön, nicht wahr? Weiter schreibt er:

"Eines Tages ist mir aufgefallen, dass im Malort nicht Ähnliches wie zu Hause, wie in der Schule oder in der Psychologenpraxis entsteht. Anfangs glaubte ich, es läge an der aussergewöhnlichen Qualität der Werkzeuge, die ich den Kindern gab, während sie sonst wo mühsam ein bisschen verwässerte Farbe dem Malkasten abzugewinnen versuchten. Aber daran lag es nicht in erster Linie, sondern an der grundlegend verschiedenen Einstellung zum Malenden. Deshalb entstand hier eine nie zuvor geschehene Äußerung. Wer zu dieser Äußerung kommt, sich von allen Vorbildern und Vorstellungen befreit, hemmungslos die natürliche Spur entstehen lässt, kehrt zu seinem wahren Wesen zurück. Das Formulationsspiel im Malort ist keine Therapie sondern eben Therapie-vorbeugend, weil es Fähigkeiten fördert, die zur Entfaltung und Stärkung der Persönlichkeit führen.”Bild an der Malstation

Und genau in diesem Sinne haben wir die Malstation errichtet. Denn die Philosophie von Arno Stern passt genau zur Philosophie von unserem Bildungsprojekt ‘Pro-Lernen’ und ist bei uns nicht nur auf die Malstation bezogen. Faszinierend dabei ist, dass sein Sohn und seine Tochter nie zur Schule gegangen sind, sich nach dem Prinzip des selbstbestimmten Lernens zu Hause bildeten und heute beide ein selbständiges und erfolgreiches Leben führen. Mit einer Geisteshaltung wie der von Arno Stern kann man gar nicht anders als Unschooling praktizieren!

Labels: , ,

13. August 2009

Ferienkind Aarone aus Frankreich

Schon der dritte Sommer verbringt ein Mädchen aus einer französischen Grossstadt einige Wochen ihrer Ferien bei uns in der Schweiz. Das erste Mal war Cindy bei uns, das zweite Mal war es Laetitia. Im Idealfall würde jedes Jahr das selbe Mädchen wieder zur selben Familie gehen. Doch nachdem unser erstes Ferienkind Cindy letztes Jahr ihre Verwandten in Afrika besuchen durfte, so hat ihre Mutter dieses Jahr ganz kurzfristig abgesagt, weil sie Angst wegen der Schweinegrippe hatte! Wir bedauerten dies zwar sehr, haben jedoch zugesagt, ein anderes Mädchen bei uns aufzunehmen. Solch eine Zusage ist jedes mal ein Risiko, denn man hat keine Ahnung (ausser Alter und Geschlecht, das man wählen kann), was für einen Charakter das Kind hat, welches man zugeteilt bekommt. Risiko auch deshalb, weil dieses Kind die Umgebung unserer Familie während der Zeit seines Aufenthaltes massiv beeinflusst und mitprägt. Nicht nur, dass es eine andere Sprache spricht und eine andere Hautfarbe hat, ihre ganze Herkunft ist komplett anders als jene von uns. Da gilt es beiderseits Rücksicht zu nehmen, tolerant zu sein, Kompromisse einzugehen. Das ist ein Lernfeld der besonderen Art für alle Beteiligten. Ferienkind Aarone

So ist nun seit über einem Monat Aarone bei uns und wir dürfen mit ihr zusammen eine sehr harmonische und schöne Zeit erleben. Es ist sogar so harmonisch zwischen ihr und unseren Kinder, dass wir ihren Aufenthalt von drei auf sechs Wochen verlängern konnten.  Das heisst aber nicht, dass alles nur perfekt läuft. Es gibt nämlich immer wieder kleine Herausforderungen, welche wir zu bewältigen haben. Doch da ihr Grundwesen wirklich sehr lieb und friedvoll ist, übertrifft das Positive bei weitem. Die Kinder haben es gut miteinander und es gibt nur sehr selten einen kleinen Konflikt. Für Aarone ist das hier bei uns eine Welt, die sie bis jetzt nicht kannte. Es scheint so ziemlich vieles anders zu sein als bei ihr zu Hause in der kleinen Wohnung an schlechtester und lautester Wohnlage mitten in der Betonwüste. So staunt sie z.B. dass wir für ein Geburtstagsfest einen Kuchen backen und nicht kaufen und noch vielmehr staunt sie, dass wir auch ohne speziellen Grund mal einen Kuchen backen. Sie staunt, dass der Fernseher bei uns nicht von morgens früh bis abends spät läuft und unsere Kinder der Fernseher überhaupt nicht interessiert. Sie staunt, dass es direkt hinter unserem Haus Kühe hat und hier so ruhig ist. Sie staunt, dass ich so viel Zeit ins Kochen investiere und noch viel mehr, dass ich auch immer wieder alles aufräume und dass alles so sauber ist. Sie staunt über das Spiel-und Lernangebot und dass unsere Kinder freiwillig lesen, schreiben oder Allerlei lernen. Sie staunt, dass wir so viel Zeit hier zu Hause verbringen und es den Kindern trotzdem nicht langweilig ist und sie staunt, dass sie am Morgen niemanden wecken darf. Sie staunt, dass wir nicht direkt am Meer wohnen (mit dieser Vorstellung ist sie bei uns eingetroffen!) und am Meisten staunt sie, dass unsere Kinder ihren Papa lieben und umgekehrt. Das scheint für sie unvorstellbar zu sein.

Es gibt auch viele Dinge, worüber wir staunen, z.B. über ihre Vorstellung von Ordnung (dieses Wort existiert in ihrem Wortschatz definitiv nicht!), Fernsehschauen, Animation, Ernährung oder Supermarkt, wo wir wirklich sehr weit voneinander entfernt sind. Dies beeinträchtigt aber unsere entspannte Umgebung nicht, weshalb wir das so annehmen wie es ist.

Dass es Aarone bei uns gefällt, manifestierte sie bereits am zweiten Tag ihres Hierseins, indem sie wissen wollte, ob sie in einem Jahr wieder kommen dürfe. Und so wie es im Moment aussieht, würden wir uns alle darüber freuen.

Labels: ,

20. Juli 2009

Gestaltungszimmer

Unser Gestaltungszimmer ist ein ‘Sammelsurium’ von unstrukturiertem Material und Materialien zum Werken, Gestalten und Kreativ-Sein. Viele dieser Materialien finden wir in der Natur wie z.B. Muscheln, Federn, Blütenblätter, Steine, Schneckenhäuser, Tannenzapfen, Rinde, Kastanien, Nussschalen, Sand. Wieder andere Materialien sind direkt aus dem Haushalt wie Deckel von Gläsern, Becher von Rahm, Kartonschalen von Früchten, Korkzapfen, leere Fläschchen, Schachteln, Dosen, Bierdeckel, Kartonrollen, Bänderrollen, leere Zündholzschachteln, Kerzenresten oder Seifenresten. Kürzlich bekamen wir zwei grosse Schachteln farbiges Papier und Karton in bester Qualität von einer Druckerfirma geschenkt, welche dies als Abfallpapier wegwerfen Gestaltungszimmerwollte. Weiter findet man in diesem Zimmer Wolle, Schnüre, Rohwolle, Ton, Gips, Bast, Farben, Stoffe, Perlen, Knöpfe, Kugeln, Tücher, Mosaiksteine, Draht, Watte, Seidenpapier, Goldfolie, Transparentpapier, Servietten, Strohstängel, Zimtstengel, Speckstein, eine Malstation, Krimskrams, usw. usf. und natürlich auch das jeweils zugehörige Werkzeug sowie Bastel-und Werkbücher.   Zudem hat es in diesem Zimmer eine Tücherkiste fürs Bauen von Hütten und Höhlen und auch einen Schrank voller Kleider zum Verkleiden. 

Gerade kürzlich haben wir dieses Zimmer etwas aufgefrischt und mit einem zusätzliches Gestell bereichert, was eine bessere Übersicht der Materialien ermöglicht. Zudem haben wir alle geschlossenen Schachteln und Schubladen mit deren Inhalt beschriftet, was den Kindern erleichtert, das gewünschte Material zu finden oder auch wieder zu versorgen. Auch hat es sich bis jetzt sehr gut bewährt, den Boden mit einem festen Tischtuch aus Plastik abzudecken. So ist der darunterliegende Parkettboden gut geschützt und wird geschont, wenn darauf gewerkt und daneben gekleckert wird.

Es gibt für unsere Kinder unterschiedliche Gründe, sich im Gestaltungszimmer aufzuhalten: Entweder sie brauchen einen Gegenstand für ein Rollenspiel und werken sich mit dem vorhandenen Material das Gewünschte. Oder aber sie lassen sich vom Material inspirieren und es gibt daraus ein beliebiges Objekt. Es gibt auch Materialien, welche meine volle Begleitung und auch etwas Vorbereitung meinerseits benötigen, wie z.B. Filzen oder Tonen, und dann bestimmen wir jeweils gemeinsam den geeigneten Zeitpunkt für dieses Vorhaben.

Nicht nur die Kinder, sondern auch wir als Eltern freuen uns über diesen einladenden Raum. Dieser ist allerdings nicht von 0 auf 100 entstanden. Das Einrichten reifte ganz langsam, veränderte sich während den Jahren und entwickelt sich dauernd weiter.

Über die Malstation, welche sich ebenfalls in diesem Zimmer befindet, berichten wir in einem separatem Blog.

Labels: , ,

6. Juli 2009

Anregende und vorbereitete Lernumgebung

Wir werden häufig mit der Frage konfrontiert, wie wir denn unsere Lernumgebung gestalten und ob wir nicht einige Tipps dafür hätten. Deshalb werden wir in diesem und auch in einigen folgenden Blogs etwas detaillierter über die anregende Lernumgebung bei uns zu Hause berichten. Es geht uns jedoch nicht darum den Eindruck zu erwecken, dass es alle so wie wir machen sollten. Im Gegenteil! Eine Lernumgebung zu gestalten ist etwas sehr Individuelles und es gibt unzählige Möglichkeiten dafür. Entscheidend ist, dass sie auf die authentischen Bedürfnisse der eigenen Kinder abgestimmt ist. So wie wir es umsetzen ist nur ein Beispiel von vielen.

Da sich unsere Lernumgebung immer und immer wieder verändert und sich jeweils den inneren Bedürfnissen der Kinder neu anpasst, ist dies hier nur ein kleiner, momentaner Ausschnitt, welcher vielleicht einigen als Anregung oder Inspiration dienen kann.

Unser ganzes Haus ist von oben bis unten in kleinere oder grössere Themenbereiche aufgeteilt. Obwohl wir versuchen, so vielseitig und ganzheitlich wie möglich den Kindern Anregungen und Lernmaterial zu bieten, achten wir auch darauf, dass das Haus nicht zu überfüllt und zu überladen ist. Hier folgt nun mal ein kleiner Überblick: So haben wir ein Gestaltungszimmer mit vielen unstrukturierten Materialien und einer Malstation à la Arno Stern, eine Handwerker-Ecke, ein Zimmer mit Zahlen- Buchstaben- und Schreibmaterial sowie persönlichem Pult, Klangecke, Mandalagalerie, Verkleidungsschrank, Puppengalerie, Kinderbibliothek, Kinderzimmer, welches sich ständig wandelt, eine Computerstation, Klötzchenecke, in der kälteren Jahreszeit ein Hüpfzimmer, eine grosse Küche, ein Raum mit viel Material für Rollenspiele, diverse grosse Wandkarten wie z.B. Schweiz, Europa, Erde, Universum mit Sternen sowie eine Wasserküche, welche gerade zu einem Alchemisten-Labor umgewandelt wird. Nebst vielen weiteren kleinen Details, welche wir hier nun nicht alle aufzählen, gehört bei uns auch eine ruhige und naturnahe Aussenumgebung mit Gelegenheiten zum Klettern, Schaukeln, Springen, Gärtnern und vielem mehr dazu. Wie wir die einzelnen Themenbereiche gestalten, berichten wir in weiteren Blogs!

Eine Lernumgebung anregend zu gestalten ist wichtig, damit überhaupt Lernen stattfinden kann. Und ebenso wichtig ist, dass die Lernumgebung entspannt ist, da sonst bekanntlich die Lernenergie blockiert wird. Dazu gehört LIEBE und RESPEKT, was für uns persönlich als das Wichtigste gilt.

Labels:

19. Juni 2009

Inspirierende Lernumgebung

Gestalten im Weltenkasten

Obwohl wir es längst wissen, erfahren mein Mann und ich immer wieder neu, dass eine entspannte und anregende Lernumgebung essentiell ist. So haben wir uns bereits vor vielen Jahren nach der Geburt unserer ersten Tochter vorgenommen, nicht am Kind zu ‘schrauben’, sondern an uns selber und an der Lernumgebung der Kinder. Das bedeutet, dass sich unsere Umgebung dauernd am Verändern, am Anpassen und am Mitwachsen ist. Dass das Gestalten einer anregenden und inspirierenden Lernumgebung solch eine spannende und erfüllende  Aufgabe für mich sein kann, hätte ich zu Beginn nie gedacht! Das Schöne und gleichzeitig auch Herausfordernde daran ist, dass es nie endet! Aktuell haben wir einige bereits bestehende Dinge ergänzt und gleichzeitig auch Neues hinzugefügt.

Gestalten im Weltenkasten Inspiriert von Heleana Jehle, welche bei der ‘Kreativwerkstatt Karlstrasse’ mitarbeitet, gehört im Moment ein ‘Weltenkasten’ mit zu den begehrtesten Objekten. Erstaunlich ist, mit wie viel Geduld, Sorgfalt und Individualität die Kinder darin gestalten und auch anschliessend wieder alle Materialien in die Behälter zurück versorgen.

So lasse auch ich mich immer wieder gerne von interessanten Leuten inspirieren und freue mich jeweils, wenn es bei den Kindern ankommt.

Labels: ,

24. Oktober 2008

Werken und Gestalten

Immer wieder sind Sara und Olivia mit einer Gestaltarbeit beschäftigt. Zur Zeit arbeiten sie an mehreren Objekten mit verschiedenen Techniken gleichzeitig: Glasuntersetzer mit Rundweben, Kleine Teppiche am Webrahmen weben, Wollbilder trocken filzen, Bälle nass filzen,Untersetzer und Teppichnass gefilzte BilderBall filzen   Kumihimo-Schnüre flechten, Fadenstern-Schnüre knöpfen und kleine Körbchen aus Bast flechten. Das Weben und Flechten sind Arbeiten, welche sie immer wieder ein Stück weitermachen. Es gibt Tage, da wird mit viel Ausdauer und Geduld an einem Gegenstand gearbeitet, während es andererseits Tage gibt, wo die angefangenen Arbeiten nur kurz weitergeführt werden oder ganz liegen bleiben, bis das Bedürfnis daran zu arbeiten wieder zurückkehrt. Oft geht es gar nicht um den Gegenstand selber, sondern um die Freude am Tun. So haben wir seit 2 Jahren Specksteine, an welchen geschliffen und gefeilt wird, ohne dass etwas Bestimmtes entsteht. Ist keine Lust mehr zum Weitermachen vorhanden, so werden die Specksteine wieder versorgt und es wird ein anderes Mal daran weitergearbeitet. Brauchen die Kinder aber etwas z.B. für ein Rollenspiel, dann wird der Gegenstand von den Kindern schnell hergestellt, damit er auch sofort fürs Spiel benutzt werden kann.

Schnüre und Bändeli knöpfenFlechtkörbchen und FantasiebaumWeben

In unserem Gestaltungszimmer haben wir eine grosszügige Auswahl an vielen unstrukturierten Materialien wie Wolle, Schnüre, Karton, Papier, Kork, Filzmaterial, Ton, Gips, Bast, Naturmaterialien, Farben, Stoffe, Rollen, Perlen, Knöpfe, Kugeln, Tücher, Gläserdeckel, Krimskrams, usw. usw. und natürlich viele Bastel-und Werkbücher. Die Kinder lieben es, dort etwas auszuwählen und sich anschliessend ein Fantasiebild zusammen zu leimen. Manchmal blättern sie ein Buch durch und entdecken etwas, das sie gerne selber machen würden oder ich mache einen Vorschlag und wir machen etwas gemeinsam.

So haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit, mit anderen Materialien und neuen Techniken zu werken und zu gestalten.

Labels: , ,

15. Oktober 2008

Rollenspiel Schule Teil 1

Sara's momentaner Alltag: Aufstehen, spielen, frühstücken, "Schule spielen", Mittagessen, draussen spielen oder "Schule spielen"!

Wie das "Schule spielen" funktioniert, möchte ich gerne näher beschreiben: Zuerst zieht sie sich warm an, verabschiedet sich von mir,  geht nach draussen und fährt mit dem Velo im Quartier einen erfundenen Schulweg, bis sie nach einiger Zeit wieder bei uns "in der Schule" ankommt. Sie geht in ein frisch umgestelltes Zimmer, setzt sich an ihren Pult, wählt ein Heft oder Buch aus und beginnt darin zu lesen, schreiben, rechnen, singen. Und das von Morgens bis Mittags, manchmal auch Schule spielen noch Nachmittags bis Abends, immer wieder. Pausen macht sie nach eigenem Gefühl, manchmal längere (1/4 h) und manchmal kürzere (1 oder 2 Minuten). Zudem gibt sie sich jedesmal Hausaufgaben. Braucht sie Hilfe oder möchte mir etwas zeigen, dann ruft sie mich. Zwischendurch mag sie es auch, wenn ich im selben Zimmer bin und ihr zuschaue. Sie arbeitet voller Freude und hat viel Spass dabei. Kürzlich sagte sie sogar zu Nachbarskindern, welche gerne mit ihr gespielt hätten: "Nein, ich möchte jetzt lieber im Rechnungsheft diese Seite ausfüllen, danach lese ich noch eine Geschichte und dann komme ich zu euch. Wartet ihr beim Lindenbaum?" Die Nachbarskinder, welche sich gerade über ihre Schulferien freuten, standen ziemlich verblüfft da, warteten dann aber beim Lindenbaum. 

Olivia's momentaner Alltag: Aufstehen, spielen, frühstücken, Schule spielen, Mittagessen, draussen spielen. Da Olivia fasziniert ist von Sara's Schulspiel, spielt sie gleich auch mit und schreibt in ihren Kindergartenheften mit viel Fleiss Zahlen hinein, bevor sie wieder etwas anderes spielen geht. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass auch beim Spielen, oder eben gerade beim Spielen, sehr viel gelernt wird!

Während die Mädchen also oft mit "Schularbeiten" beschäftigt sind, arrangiert sich Nalin mit Puzzles, Rollenspiel bei den "Mannli", Bücher anschauen, usw.

Woher die Idee kommt, Schule zu spielen, weiss ich nicht genau. Ein Auslöser dafür könnte sein, dass wir vor kurzem vom kantonalen Amt für Bildung ein ganzes Paket voller Lehrmittel erhalten haben. In diesem Paket sind alle Bücher, Hefte und Materialien enthalten,  welche die Schüler in der Schule bekommen. Vor einem Jahr haben wir schon mal in einem Blog über das Thema "Harmonischer Behördenkontakt" berichtet. LehrmittelDes Weiteren haben wir ein Zimmer umgestaltet und für Sara einen Schreibpult hineingestellt. Etwas später haben wir das Zimmer gleich nochmals umgestaltet, da Olivia auch  einen Schreibpult wünschte. Glücklicherweise hatten wir noch einen im Gestaltungszimmer, welchen wir dort entbehren konnten. Zur Zeit lieben sie es, an ihrem persönlich eingerichteten Schreibpult zu sitzen, zu arbeiten und zu SEIN.

Wir machen unseren Kindern keine Auflage, dass sie die Lehrmittel durcharbeiten müssen. Wir sehen diese vielmehr als Angebot, welches sie nach eigenem Bedürfnis nutzen können. Dass sie völlig freiwillig und selbst inszeniert tagelang am Lernen sind, zeigt:

Freude erzeugt Lernen und Lernen erzeugt Freude!

Labels: , , , ,

29. September 2008

Sonne, Mond, Sterne und Planeten

Sara's Interesse gilt im Moment den Sternen, den Sternbildern, den Planeten und dem Weltall überhaupt. Wie jedesmal, wenn wir merken, dass eines unserer Kinder sich für etwas Bestimmtes interessiert, gestalten wir die Lernumgebung entsprechend diesem Bedürfnis, informieren uns im Internet, gehen bei Bedarf in die Bibliothek oder bestellen gleich online ein Buch oder andere Materialien. Noch nie ist man einfacher zu differenziertesten Informationen zu praktisch jedem Thema gekommen als mit dem Internet. Für Sara ist das Internet ein Medium, welches sie phasenweise rege nutzt, um sich zu informieren und Wissen anzueignen. Meistens suche ich ihr passende Websites raus, welche sie dann "studiert".

Ganz aktuell im Moment ist das Mini - Planetarium, welches sie mit mir zusammen nach Anleitung zusammensetzte. Hier erlebt sie durch Drücken des Dreharmes, Mini-Planetariumwie die Erde sich um sich selbst dreht, der Mond um die Erde kreist und sie sich zusammen auf diese Weise auf der Umlaufbahn fortbewegen, rund um die Sonne.  Auf anschauliche Art und Weise kann sie mit Hilfe des Himmels-Posters die Planetenmodelle der richtigen Umlaufbahn zuordnen, obwohl die Grössenordnung nur annähernd wirklichkeitsgetreu ist. Tag und Nacht, die Mondphasen und die Jahreszeiten und Monate sind weitere Phänomene, welche sie anhand dieses Modelles erfahren kann.

Zudem wählt sie jeden Tag ein anderes Sternbild aus dem Buch "Sterne finden" aus, wozu sie dann gerne die dazu gehörende Geschichte und sonstiges Spannendes von mir vorlesen und erklären lässt. Nur schade, dass das Beobachten der Sterne im Moment nicht möglich ist, da Sara um diese Zeit schon schläft! Doch sie wünscht sich, mal in ein grosses Planetarium gehen zu dürfen und in einer Sternwarte durch ein grosses Fernrohr den Sternenhimmel beobachten zu dürfen. Diese Wünsche werden wir ihr gerne erfüllen!

Labels: ,

19. September 2008

Lernen findet überall statt

Vor einigen Tagen sind wir von unserem Auslandaufenthalt zurückgekehrt. Es war das erste Mal, dass wir es als Familie gewagt haben, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Unter dem Motto: "Die ganze Welt ist unser Klassenzimmer" wurde während dieser Zeit viel gelernt und entdeckt. Wir haben mal versucht, einen Ausschnitt der täglichen Aktivitäten unserer Kinder - insbesondere von Sara - in Schulfächer zu unterteilen, was gar nicht so einfach war, da vieles ineinander fliesst!

Geografie: Das Land, welches Sara zu Hause via Bücher, Karten, Internet und Google Earth eingehend studiert und unzählige Male virtuell bereist hatte, erlebte sie nun hautnah und konnte sich in der neuen Umgebung schnell orientieren und zurechtfinden. Sie hat eine Relation zu Distanzen bekommen. Die Lebensbedingungen wurden mit den eigenen verglichen und Vor- und Nachteile aufgezählt. Verflechtungen - wie die Herkunft verschiedener Konsumgüter - zwischen der Heimat und der Welt wurden wahrgenommen.

Geschichte: Da wir unmittelbar neben landestypischen Kunstskulpturen  wohnten, fragte uns Sara darüber Löcher in den Bauch. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und ein dickes Buch mit den schönsten Sagen und Mythen des Landes mitgenommen. Diese Geschichten werden kindgerecht erzählt und vermochten den Wissensdurst von Sara zu stillen.

Deutsche Sprache (Lesen, Schreiben und Sprechen): Sara hat selber Geschichten oder Briefe von "Felix" gelesen und liess sich auch gerne welche vorlesen. Zudem hat sie mehrere Briefe von Hand an Freunde geschrieben. Weiter hatte sie die Gelegenheit, mit einem Mädchen, mit dem sie sich angefreundet hat, sich in der hochdeutschen Sprache zu üben.

Fremdsprachen. Nebst einigen Brocken der Landessprache lernte Sara auch einige Brocken englisch. Sie machte aber auch die Erfahrung, wie man sich mit <Händen und Füssen> zurechtfinden kann, als sie z.B. selber in einem kleinen Laden etwas einkaufen ging.

Sport: Sara hat während unseres Aufenthaltes die Technik des Schwimmens gelernt. Wo sie sich in den ersten Tagen noch jedes Wassertröpfchen im Gesicht sofort an einem Badetuch abtrocknen liess, so tauchte sie am Schluss mit und ohne Taucherbrille mutig drauf los, machte Purzelbäume im Wasser und schwamm im Meer auch bei höherem Wellengang. Nebst dem Baden wurde natürlich auch viel am Strand gesprungen, so eine Art kindliches Strandjogging!

Musik: Die fremdländische Musik und der Tanz wurden live miterlebt.

Naturkunde und Meeresbiologie: Viele der landestypischen Pflanzen und Bäume, aber auch Fische und Muscheln wurden kennengelernt und bewundert.

Sternenkunde: Saras Interesse an den Namen der verschiedenen Planeten und Sternbilder war und ist immer noch gross.

Mensch, Umwelt und Technologie: Sie befasste sich dort mit den verschiedensten Themen wie z.B. andere Länder andere Sitten, vieles ist anders. Verschiedenste Arten von Verkehrsmitteln und deren Sicherheit: Bus, Eisenbahn, Flugzeug, Fähre, Auto, Elektromobil, Fahrrad, zu Fuss,  usw.  

Bildnerischens Gestalten: Gestalten am StrandMit Sand, Muscheln und einigen anderen Naturmaterialien vom Strand haben die Kinder die verschiedensten Kreationen entworfen! Sie haben erlebt, wie die richtige Konsistenz des Sandes mit Wasser entscheidend ist. Zudem hat Sara den richtigen Umgang mit einem Fotoapparat gelernt und hält die ihr wichtigen Bilder eigens fest.

Mathematik: Mengen und Objekte (Muscheln und Steine) wurden verglichen, geordnet, nach Merkmalen sortiert und gezählt. Masseinheiten wurden handelnd erfahren. Sara lernte den Umgang mit den Euros. Weiter interessierte sie sich  für die Längenmasse wie z.B. die Tiefe des Meeres an einer bestimmten Stelle, den höchsten Berg, die Entfernung von Punkt A nach B, usw.

Soziale Kompetenz: Sara lernte Regeln und Strukturen des fremden Landes kennen und diese einzuhalten. Sie pflegte den Kontakt zu anderen Kindern und wurde von diesen auch zum Spielen abgeholt.

Und so weiter und so weiter und so weiter. . . . . . .

Es hat uns allen so gut gefallen, dass wir gerne noch viel länger dort geblieben wären. Das Erlebte wird nun hier zu Hause von den Kindern in spannendsten Rollenspielen nachgespielt.

Lernen findet definitiv überall statt - falls man es merkt.

Labels: , , , , , ,

13. Juli 2008

MalkünstlerInnen

Unsere älteste Tochter Sara äusserte heute den Wunsch, wieder einmal an der Malstation zu malen. Und wie das meistens dann der Fall ist, machen sich gleich alle anwesenden Kinder mit ans Werk. Während die Kinder nach Lust und Laune malen und klecksern, bin ich während dieser Zeit mit kleinen, aber wichtigen Dingen Konzentriertes Malenbeschäftigt: fertig gemalte Bilder umhängen, neues Papier an der Wand befestigen, Farbe in die Töpfchen nachfüllen, Wasser wechseln, Pinsel waschen, usw. Immer wieder spannend finde ich, wie sich jedes Kind auf seine völlig eigene Art und Weise ausdrückt. Unser Gastkind Laetitia war ganz überrascht, dass sie malen durfte was und wie sie wollte: "WOW, c'est trop bien!!" rief sie begeistert aus. Und so malten alle ganz konzentriert mehrere Bilder.

Labels: ,

27. Mai 2008

Pro-Lernen - Treff im Wald

Bei trockenem und warmem Wetter trafen sich die Appenzeller-Unschooler einmal mehr im Wald.

Nalin und Ayiana Feuer entfachen

Es gibt einige Rituale, welche sich jedesmal wiederholen wie z.B. Holz sammeln, Feuer entfachen und Kochen. Beim Sammeln des Holzes helfen manchmal alle von Gross bis Klein, manchmal sind die Kinder aber auch sehr schnell in intensives Spielen und Erkunden des Waldes und Baches vertieft, sodass wir Erwachsenen die Arbeit des Holz Suchens übernehmen. Spätestens aber beim spannenden Entfachen des Feuers trudeln die meisten Kinder wieder ein und freuen sich, wenn sie mithelfen dürfen. In der speziellen Atmosphäre des Feuers fühlen sich die Kinder wohl und erleben hautnah, wie dieses Element Wärme spendet, Wasser zum Kochen bringt, Nahrungsmittel verändert, nasse Kleider trocknet, Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt Einfach köstlich!

und sie werden sich aber gleichzeitig auch den Gefahren des Verbrennens bewusst. Was man alles mit einem Feuer kochen und bräteln und schmoren kann, probieren wir jedesmal aufs Neue aus und dürfen dabei viel lernen. Von Schlangenbrot, Schoggibananen, diversen Suppen bis zu Gemüse wurde schon viel experimentiert. Als Krönung wurde heute sogar ein Kaffee über dem Feuer gebraut - allerdings nur für die Erwachsenen! So richten wir es uns immer besser und besser ein, stets mit dem Fokus, dass es für alle Beteiligten stimmig ist.

Labels: , , ,

16. Mai 2008

Pro - Lernen - Treff im Wald

Spannendes im KesselWährend der Winterzeit haben wir die Pro - Lernen - Treffs in der Turnhalle abgehalten, was sich sehr bewährt hat. Obwohl uns die Turnhalle nach wie vor am Mittwoch - Nachmittag zur Verfügung steht, werden wir uns für die wärmeren Monate an einem idyllischen Plätzchen im Wald an einem kleinen Bach treffen. Bei sehr schlechter Witterung können wir uns aber jederzeit für die Turnhalle entscheiden.

Ayiana und Nayana Gestern war es zum ersten Mal in diesem Frühling soweit und wir haben nach einer 15 minütigen "Wanderung" unser Plätzchen erreicht. Trockenes Holz für ein Feuer zu finden war heute einfach und schon bald sprudelte die Buchstabensuppe im Kochtopf.  Die Kinder hatten allerhand zu tun mit dem Erkunden des Waldes und Baches. Begeisterung löste ein Frosch aus, welcher sich fangen liess und dann von Hand zu Hand weitergereicht wurde, bis er schliesslich in den kleinen Kessel mit Wasser gesetzt wurde. Später wurde dem Frosch ein Steinhaus gebaut, wo er für kurze Zeit wohnen musste, bis er wieder in Freiheit entlassen wurde.

Gross und Klein spielte miteinander und Nalin, der einzige Knabe heute, wurde immer mal wieder von einem Mädchen angestrahlt und an der Hand über die wackeligen Steine geführt.

Steinhaus für den FroschÜber wackelige Steine

Interessierte Familien sind jederzeit herzlich eingeladen, uns an die "Pro-Lernen - Treffs" zu begleiten!

Labels: , ,

8. Mai 2008

Kreatives Miteinander

Am WassertischEs gibt immer wieder Zeiten, da ist der grosse Sandhaufen in unserem Garten heiss begehrt. Nachbarskinder, Kinder von Freundesfamilien und auch unsere drei Sprösslinge können hier experimentieren, bauen, ausprobieren, matschen und vieles mehr. Der Wassertisch, an welchem "gewässerlet", Sandkaffe gebraut oder Blumentrunks hergestellt werden, ergänzt den Sandhaufen ideal.

Vor kurzem hatten wir Im SandhaufenBesuch von zwei Familien. Die insgesamt sechs Mädchen verschiedenen Alters vergnügten sich fast 5 Stunden lang miteinander beim Sandhaufen. Zwischendurch wurden ihre Puppen spazieren gefahren und es wurde schlafen gespielt oder Blumen gepflückt. Es gab während all dieser Stunden keinen einzigen Konflikt, keine einzige Träne, keinen einzigen Misston. Zwischendurch wurden wir Mütter gerufen, um kurz ihre Werke zu besichtigen oder es hatte jemand Hunger, ansonsten wurden wir kaum gebraucht. Harmonie pur und für alle Beteiligten erfüllende Stunden! Nalin und Olivia haben die Welt um sich herum vergessen

Der Ganzheit wegen möchte ich noch hinzufügen, dass Harmonie bei uns etwas ganz Normales und Alltägliches ist!

Labels: ,

27. April 2008

Bilder des Tages

Den heutigen Sonnentag haben wir in unserem Garten genossen.

P4271644 P4271664    P4271692  P4271729

Labels:

14. April 2008

1000 Tage Nalin

Genau heute wurde Nalin 1000 Tage alt. Dieses Ereignis musste natürlich gefeiert werden. Für Nalin war es eigentlich ein Tag wie jeder andere und dass er zwischendurch im Mittelpunkt stand, nahm er gelassen hin. Hier sind ein paar Eindrücke von heute:

Nalin am Bauen      Luftschacht entdeckt         Klettergeist      Nalin konzentriert am Bilderbuch schauen

Labels: ,