Pro-Lernen

In der Folge stellen wir unser Projekt 'Pro-Lernen' vor, in welchem wir einem interessierten Kreis von Eltern und anderen lernenden Menschen darstellen wollen, wie wir Bildung Zuhause mit unseren Kindern angehen, was unsere Vision und unsere Ziele sind, was wir unter Lernen verstehen, was unsere Ansätze dazu sind und was unsere aktuellen Projekte sind.

7. Dezember 2009

Min Za

Min Za wöt einfach nöd usä cho.
Äs nützt kei rupfä und zupfä.

Er wöt einfach nöd usä cho.
So mues i halt no warte.

Hät scho liäber, das er dossä wär.
Er hangt nämli nur no amä Fadä dra.

Oje, min Za, min Za - jetzt isch er duss.
I bi so froh.

4.12.2009 (1. Gedicht von Sara)

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7. März 2009

Das Nomen kommt von selbst!

Sara liebt es, am PC Geschichten oder Briefe an Freunde zu schreiben. Dabei nimmt sie es gerne sehr genau! Für mich persönlich war es anfangs fast ein bisschen zu genau! Denn auch in Fachkreisen ist inzwischen die Meinung etabliert, dass ein Kind die Wörter und Sätze während der Anfangsphase so aufschreiben darf, wie es sie hört. Schreibt das Kind ‘sone’ statt Sonne, dann gilt das als richtig. Das Motto lautet: Man muss es nur lesen können und dann kann es als richtig bezeichnet werden. Der Rest kommt später! So wird es auch in vielen Schule gemacht! Es ist für ein Kind nämlich ziemlich destruktiv, wenn es dauernd korrigiert wird und ständig das Gefühl vermittelt bekommt, dass es eigentlich alles nur falsch macht. Deshalb war es für mich so sonnenklar, dass ich sie von Anfang an schreiben liess, ohne zu korrigieren, sofern ich die Bedeutung des Wortes oder des Satzes erkennen konnte. Das funktionierte jedoch bei Sara nicht lange. Sie hat sehr früh bemerkt, dass die Wörter in den Büchern anders geschrieben stehen und so ist es für sie ebenfalls sonnenklar, dass sie die Wörter richtig und nicht ‘falsch’ schreiben will! Hinzu kommt, dass sie gleichzeitig entdeckt hat, dass die ‘falsch’ geschriebenen Sara am SchreibenWörter im Schreibprogramm jeweils automatisch unterstrichen werden. Mein Versuch, das Unterstreichen der Wörter aus dem Programm rauszunehmen, damit sie nicht jedes mal verunsichert wird, wurde von ihr nicht gebilligt! Anscheinend war der Zeitpunkt zum Richtigschreiben bei Sara gekommen und so hab ich mich auf das Abenteuer als Schreibberaterin eingelassen. Der Stand der Dinge ist nun so, dass Sara mittlerweile ihre Sätze immer perfekter schreibt. Anfangs hat sie sehr viel gefragt, wieso denn das jetzt schon wieder unterstrichen sei. Zusammen versuchten wir das dann jeweils herauszufinden: “Hier hat es ein “ie”, wegen dem langen iiii und da kommen zwei mm, weil. . . . . . . und kannst du hören, dass hier ein Doppel-s kommt, wenn du das Wort aussprichst? Und dieses Wort hier wird immer GROSS geschrieben, denn es ist ein Namenwort, oder ein Gegenstandswort oder man sagt dem ganz einfach Nomen!” Beim Schreiben von eigenen Erlebnissen, beobachteten Ereignissen, neu erfundenen Geschichten oder beim Beantworten von Mails lernt Sara -ohne sich dessen bewusst zu sein - auf diese Art Dehnungen und Schärfungen bei Wörtern, Verben konjungieren, Adjektive steigern, von der Einzahl zur Mehrzahl, den Wortschatz erweitern, einen Text überarbeiten, Satzschlusszeichen kennen , Fragen beantworten, mit Sätzen spielerisch und gestaltend umgehen. Halt einfach alles, was man in der Schule “Deutsch” nennt! Das Ganze hat aber einen Nachteil für Olivia. Denn sie wird von Sara jeweils gnadenlos korrigiert! Tja, so kommen immer wieder neue Lernfelder auf uns alle zu und Sara darf nun ganz bewusst lernen, von der Korrekteuse zur Schreibbegleiterin von Olivia zu werden. 

Und damit nicht der Eindruck entsteht, dass Sara nur am PC schreibt: das Schreiben von Hand beherrscht sie selbstverständlich auch, sowie die Reihenfolge des ABC, welches sie vor einem halben Jahr singend gelernt hat und mittlerweile sogar beim Suchen von Namen im Telefonbuch anwendet.

Lernen basiert auf Beziehung und nicht auf Regeln.

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19. September 2008

Lernen findet überall statt

Vor einigen Tagen sind wir von unserem Auslandaufenthalt zurückgekehrt. Es war das erste Mal, dass wir es als Familie gewagt haben, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Unter dem Motto: "Die ganze Welt ist unser Klassenzimmer" wurde während dieser Zeit viel gelernt und entdeckt. Wir haben mal versucht, einen Ausschnitt der täglichen Aktivitäten unserer Kinder - insbesondere von Sara - in Schulfächer zu unterteilen, was gar nicht so einfach war, da vieles ineinander fliesst!

Geografie: Das Land, welches Sara zu Hause via Bücher, Karten, Internet und Google Earth eingehend studiert und unzählige Male virtuell bereist hatte, erlebte sie nun hautnah und konnte sich in der neuen Umgebung schnell orientieren und zurechtfinden. Sie hat eine Relation zu Distanzen bekommen. Die Lebensbedingungen wurden mit den eigenen verglichen und Vor- und Nachteile aufgezählt. Verflechtungen - wie die Herkunft verschiedener Konsumgüter - zwischen der Heimat und der Welt wurden wahrgenommen.

Geschichte: Da wir unmittelbar neben landestypischen Kunstskulpturen  wohnten, fragte uns Sara darüber Löcher in den Bauch. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und ein dickes Buch mit den schönsten Sagen und Mythen des Landes mitgenommen. Diese Geschichten werden kindgerecht erzählt und vermochten den Wissensdurst von Sara zu stillen.

Deutsche Sprache (Lesen, Schreiben und Sprechen): Sara hat selber Geschichten oder Briefe von "Felix" gelesen und liess sich auch gerne welche vorlesen. Zudem hat sie mehrere Briefe von Hand an Freunde geschrieben. Weiter hatte sie die Gelegenheit, mit einem Mädchen, mit dem sie sich angefreundet hat, sich in der hochdeutschen Sprache zu üben.

Fremdsprachen. Nebst einigen Brocken der Landessprache lernte Sara auch einige Brocken englisch. Sie machte aber auch die Erfahrung, wie man sich mit <Händen und Füssen> zurechtfinden kann, als sie z.B. selber in einem kleinen Laden etwas einkaufen ging.

Sport: Sara hat während unseres Aufenthaltes die Technik des Schwimmens gelernt. Wo sie sich in den ersten Tagen noch jedes Wassertröpfchen im Gesicht sofort an einem Badetuch abtrocknen liess, so tauchte sie am Schluss mit und ohne Taucherbrille mutig drauf los, machte Purzelbäume im Wasser und schwamm im Meer auch bei höherem Wellengang. Nebst dem Baden wurde natürlich auch viel am Strand gesprungen, so eine Art kindliches Strandjogging!

Musik: Die fremdländische Musik und der Tanz wurden live miterlebt.

Naturkunde und Meeresbiologie: Viele der landestypischen Pflanzen und Bäume, aber auch Fische und Muscheln wurden kennengelernt und bewundert.

Sternenkunde: Saras Interesse an den Namen der verschiedenen Planeten und Sternbilder war und ist immer noch gross.

Mensch, Umwelt und Technologie: Sie befasste sich dort mit den verschiedensten Themen wie z.B. andere Länder andere Sitten, vieles ist anders. Verschiedenste Arten von Verkehrsmitteln und deren Sicherheit: Bus, Eisenbahn, Flugzeug, Fähre, Auto, Elektromobil, Fahrrad, zu Fuss,  usw.  

Bildnerischens Gestalten: Gestalten am StrandMit Sand, Muscheln und einigen anderen Naturmaterialien vom Strand haben die Kinder die verschiedensten Kreationen entworfen! Sie haben erlebt, wie die richtige Konsistenz des Sandes mit Wasser entscheidend ist. Zudem hat Sara den richtigen Umgang mit einem Fotoapparat gelernt und hält die ihr wichtigen Bilder eigens fest.

Mathematik: Mengen und Objekte (Muscheln und Steine) wurden verglichen, geordnet, nach Merkmalen sortiert und gezählt. Masseinheiten wurden handelnd erfahren. Sara lernte den Umgang mit den Euros. Weiter interessierte sie sich  für die Längenmasse wie z.B. die Tiefe des Meeres an einer bestimmten Stelle, den höchsten Berg, die Entfernung von Punkt A nach B, usw.

Soziale Kompetenz: Sara lernte Regeln und Strukturen des fremden Landes kennen und diese einzuhalten. Sie pflegte den Kontakt zu anderen Kindern und wurde von diesen auch zum Spielen abgeholt.

Und so weiter und so weiter und so weiter. . . . . . .

Es hat uns allen so gut gefallen, dass wir gerne noch viel länger dort geblieben wären. Das Erlebte wird nun hier zu Hause von den Kindern in spannendsten Rollenspielen nachgespielt.

Lernen findet definitiv überall statt - falls man es merkt.

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22. März 2008

Erfolgserlebnis für Olivia

Olivia wünschte sich schon seit längerer Zeit, dass wir ihr die Pedalen an ihr Rennrad montieren. Da wir aber warten wollten, bis sie wirklich sicher "rennt" und die Balance gut halten kann, musste sie sich noch ein wenig gedulden. Heute Morgen aber war es dann soweit und Bruno machte sich ans Werk. Alle drei Kinder leisteten ihm dabei Gesellschaft und beobachteten, wie aus dem Rennrad ein Trettrad, bzw. ein Velo wurde.  Am Nachmittag ging es dann gleich los 22032008028und auf dem nahen Schulhausplatz liess es sich gut üben. Nach anfänglichen Unsicherheiten gelang es ihr ziemlich bald, ganz alleine zu fahren. Die Freude über ihr Erfolgserlebnis stand ihr im ganzen Gesicht. Sie übte über 1 1/2 Std., bis sie wirklich müde, aber vollkommen erfüllt war.

Übrigens überraschte uns Olivia schon vor ein paar Tagen, als sie wie Sara jemandem eine Mail schreiben wollte. Sie hatte kürzlich schon mal eine Mail geschrieben, dabei drückte sie jedoch ziellos auf den Tasten herum. Nachdem wir ihr also erneut eine Seite eingerichtet hatten, begann sie mit dem Schreiben. Ziemlich verblüfft waren wir, als wir das Geschriebene ganz unerwartet lesen konnten. Es stand:" OLIVIASARAPAPAMWAWA". Beim letzten Wort hat sie bei MAMA den M mit dem W verwechselt.

So geschieht bei uns immer wieder ganz unerwartet Lernen.

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